Castello di Fonterutoli Ser Lapo Chianti Classico Riserva 2009

Mit dem Ser Lapo Chianti Classico Riserva feierte die Familie Mazzei, Eigentümerin des Weingutes Castello di Fonterutoli, ihren berühmten Vorfahren Ser Lapo Mazzei, in dessen schriftlichen Unterlagen das erste Mal die Bezeichnung der Appelation „Chianti“ erwähnt wurde. Wir bewerten den Jahrgang 2009.

Tiefgründiges, dunkles, fast undurchdringliches Rubinrot.
Florales und zugleich fruchtiges Bouquet aus schwarzen Amarenakirschen. Aber nicht die kandierten, sondern die frisch gepflückten, vor denen Weiterverarbeiten. Etwas Süssholz und dezente Einflüsse von neuem Holz, Tabak, Leder und etwas Rauch. Noch jung und kompakt. Verträgt noch etwas Flaschenreifung, kann aber auch schon heute gut genossen werden.
Am Gaumen recht kompakt und kräftig. Die Tannine sind fein und rund geschliffen und kompensieren die etwas marmeladige Süsse im Hintergrund. Zum Glück ist genügend Säure (laut Weingut 5,8‰) vorhanden. Das ist kein typischer Chianti Classico, das ist eher ein Supertuscan. Das war genau der Grund, warum ich diesen Wein wieder einmal verkosten wollte. Es ist anscheinend recht schwierig, einen Chianti Classico zu finden, welcher traditionell gemacht wurde. Entweder sind die Weine derart schlecht (gesichtslose Massenware aus dem Lebensmittel-Discounter) oder aber zu konzentriert und hochgezüchtet. Oft wird der Sangiovese mit „internationalen“ Traubensorten wie Cabernet-Savignon und/oder Merlot verschnitten. Dieser Wein besteht zu 90% aus Sangiovese und 10% aus Merlot.
Die Länge des SER LAPO ist sehr gut und endet mineralisch mit einer leicht floralen Note. Nach einigen Minuten kommen dann in der Retronasale die rauchigen Einfüsse der 50% neuen Barriques zum Vorschein, ergänzt durch etwas, das wie Kirschenhaut ohne Fruchtfleisch schmeckt.

Insgesamt ein guter Essensbegleiter, allerdings definitiv kein „Classico“. 17.25/20.



Zurück

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.