G. Vernay Côte-Rôtie Maison Rouge 2010

Wir durften am 5. November 2013 den Côte-Rôtie Maison Rouge 2010 der Domaine Georges Vernay während der Veranstaltung von Gerstl Weinselektionen wieder verkosten. Ein muss in jedem Keller!

vernaycondrIm Bericht über die Weine der Appellationen Côte-Rôtie und Condrieu, welche wir Mitte März 2013 im Rahmen der sog. „Découvertes en Vallée du Rhône“ verkosten durften, lobten wir die hervorragende Leistung von Christine Vernay mit ihrem Maison Rouge 2010. Gerne machen wir erneut darauf aufmerksam, dass die Domaine dank der hervorragenden Qualität des Condrieu zu ihrem beneidenswerten Ruf gelangt ist. Les Terrasses de l’Empire und die Chaillées de l’Enfer sind seit Jahrzehnten unverzichtbare Einkaufsprioritäten und die jüngsten Weine im Sortiment (u.a. Terres d’Encre und La Dame Brune) ergänzen die Palette ideal.

maisonrouge2010Maison Rouge 2010
100% Syrah aus 40jährigen Rebstöcken.
Die erste Nase verwirrt durch ihre Verschlo-ssenheit. In der Regel wirkt ein junger Côte-Rôtie irgendwie flüchtig, fast abwesend. Wobei sein Abgang dann die Richtung anzeigt, in welche sich der Wein in den nächsten Jahren entwickelt. Die bisherige Ausnahme war Guigal mit seinen drei La La La. Der Maison Rouge wirkt so dicht und kon- zentriert, dass er dem Club der grossen, kompakten Erzeugnisse der AOC problemlos beitritt. Nach langem Schwingen enthüllt sich ein beeindruckendes Bouquet. Christine Vernay sagte uns Mitte März 2013, dass der Jahrgang etwas kälter ausgefallen sei, was zu dieser straffen Nase führe. Es strömen Düfte perfekt ausgereifter und zum idealen Zeitpunkt geernteter Beeren aus. Schwarz, blau, aber auch rot sind die Farben, in welchem sich dieses erste Aromakaleidoskop ausbreitet. Es fallen dann eine Vielfalt aromatischer Kräuter und orientalischer Gewürze sowie eine straffe Rasse auf. Dieses Bouquet kennt keine Gnade, es ist geradlinig, anspruchsvoll und kompromisslos. Vielleicht deswegen, weil diese Côte-Rôtie, deren ca. 1ha grosse Parzelle im Süden der AOC gelegen ist (ganz in der Nähe von Tupins et Semons, d.h. auf der „Côte Blonde“), 100% Syrah enthält.
Im Gaumen bestätigt sich der erste Eindruck, wobei die überschwängliche Säure viele Konsumenten beunruhigt. Also lange im Voraus und möglicherweise in einer besonders breiten Karaffe dekantieren. Die Säure bindet sich dann relativ gut ein bzw. die anderen Trumpfkarten des Weins kommen entscheidend zur Geltung. Die Struktur ist breit und tief, komplex und besonders finessenreich. Es erinnert irgendwie an ein Kunstwerk von Calder, welches sich die Schwerelosigkeit zum Vorteil macht. Doch ist dieser Maison Rouge dicht, bombastisch, aber zugleich extrem raffiniert und delikat. Die Düfte wandeln sich in Aromen um und der Kreis schliesst sich. Der Wein entwickelt eine eigene Dynamik und beherrscht die Veranstaltung mit einer seltenen Kraft. Eine ganz grosse Leistung, welche wir nach wie vor mit 19/20 bewerten. Die maximale Note ist aber nicht weit davon entfernt.

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