Romano dal Forno Valpolicella 2007

Bereits 2005 verzichtete Romano dal Forno, der Qualitätsverfechter aus dem Veneto, auf die Abfüllung eines Amarone-Jahrganges, welchen er wegen schlechten Wetterperioden vom Frühling bis spät im Sommer als ungünstig beurteilte. Ein guter Grund, um seinen Valpolicella zu kaufen. Genauso ist es nun auch mit dem Jahrgang 2007.

fornoDoch entwickelte sich das Wetter im Jahr 2007 völlig anders. Wenn sich dieses noch im Frühling genauso wie im Sommer als akzeptabel erwies (sehr anständige Temperaturen und nicht zu viel Regengüsse), was eben zur Erzeugung grosser Weine hätte führen können, so vernichtete ein heftiger Hagelschauer auf dem Monte Lodoletta am 31. August alle Hoffnungen. In diesen wenigen Minuten war für Romano dal Forno klar, dass höchstwahrscheinlich auch im 2007 kein Amarone produziert wird. Eine Woche später begann die Ernte, welche die Befürchtungen bestätigte. Viele Beeren wurden vernichtet und eine akribische Selektion, Traube um Traube, wurde unausweichlich. Gemäss einer gut informierten Quelle konnte „jeder Mitarbeiter höchstens 25 kg Trauben in 10 Arbeitsstunden pro Tag ablesen“.
Wenn das Ergebnis heute nicht ganz im gleichen Stil wie 2005er beeindruckt, wäre es aber etwas voreilig, diesen 2007er zu ignorieren.

Der Wein
Das Bouquet bietet eine schöne, breite und offene Komplexität mit feinen Noten ausgereifter, dunkler Beeren, Pflaumen, Kräuter und nicht zuletzt ein Hauch Schwarztee. Eine grosse Mineralität ist ebenfalls klar erkennbar. Diese lebhafte Nase wirkt viel unkomplizierter als in grossen Jahrgängen, bei welchen man sofort merkt, dass etwa zehn Jahre Wartezeit vor einer ersten Trinkreife nötig sind. Also von der Aromatik her ein unmittelbarer Wein. Das Holz fällt trotz 36 Monaten Barrique-Ausbau kaum auf. Der Alkohol (14.5%) ist dafür noch spürbar und wird bestimmt noch zwei bis drei Jahre beanspruchen, um sich gut einzubinden. Ein schmackhafter und wiederum unkomplizierter Gaumen erwartet den Verkoster und bereitet ihm richtig Spass. Ohne Ecken und Kanten, ohne überschwängliche Frucht, einfach grossartig vinifiziert und bekömmlich. Noten bitterer Schokolade ergänzen die reife Frucht und verleihen dem Wein eine gewisse Würzigkeit. Nicht zu unterschätzen, wie es die 39.8g/l. Extrakt zeigen. Guter, sauberer Abgang. 17.5/20.

Der Wein ist bei Ullrich oder bei Buonvini erhältlich.

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