Ein Juwel des Walliser Weinberges : Domaine du Mont d‘Or

Beim Räumen der Wohnung und des Kellers meiner Mutter bin ich auf einige «uralte» Weine gestossen. Einer davon war der unten genannte Riesling aus dem Jahr 1979. Mit dem nötigen Respekt, Vorschusslorbeeren und einer grossen Portion Enthusiasmus haben wir dann diese Flasche geöffnet.

Die Domaine du Mont d’Or
Nur stichwortartig etwas über die Domaine du Mont d’Or. Eine ausführliche Broschüre über die Geschichte und die Weine finden Sie unter www.montdor.ch im Internet. Hier einige kurze Auszüge daraus:
Gegründet wurde die Domaine vom Waadtländer Feldweibel Francois-Eugène Masson, der mit seiner Schützenkompanie im Sonderbundkrieg in Sitten ihr Lager hatte. Er war begeistert von der wilden Schönheit dieser Gegend.
Westlich der Stadt Sitten vorgelagert, überragt der Hügel von Montorge mit 786 m die Burghügel von Tourbillon und Valeria im Osten deutlich. An seiner Südwestflanke klettern die Reben der Domaine du Mont d’Or vom Rhonetal bis weit hinauf. Dem Fuss des bewaldeten Nordabhangs entlang erstreckt sich auf 643 m ein romantischer See mit Seerosen und Schilf, gesäumt von einem bukolischen Weg. Den Gipfel krönt die kürzlich restaurierte Ruine einer gegen 1230 erbauten Burganlage, die abwechselnd in der Hand der Savoyer Grafen oder der Sittener Fürstbischöfe war.
Der Weinberg besteht aus 220 Terrassen, die alle von authentischen Trockenmauern gestützt werden. Du Mont d’Or zählt heute zu den weltweit schönsten Weingütern und ist Mitglied der Vivital, der Vereinigung der Walliser Winzer, die sich der integrierten Produktion verschrieben haben. Beim Anbau der Weine werden sowohl modernste Anlagen wie auch traditionelle Fuder und Eichenfässer verwendet. Die Keller des Guts, von denen ein Teil direkt in den Felsen geschlagen ist, profitieren von idealer Hygrometrie und konstanter Temperatur.
Wir machen ausserdem auf unseren Bericht «Die Süssweine der Domaine du Mont d’Or» aufmerksam.

Riesling Gout du Conseil 1979
Etwas vom Besten, was ich bis jetzt in meiner Karriere als Weinjournalist getrunken habe. Ein glänzendes Dunkelgelb mit orangen Reflexen leuchtet in meinem Glas. Eine wunderbar gealterte Duftnote steigt mir in die Nase. Auch Düfte nach Kandis, Creme Brûlée, Honig, Milchkaffee, ein Aprikosen- und Feigentouch, Orangenschale, kandierte Früchte und Blumen sind vorhanden. Am Gaumen jugendlich frisch, mit einem noch erstaunlichen Süsse-Säurespiel, gut eingebauten Röstaromen und doch stoffig mit Tanninresten. Kräftig, sehr harmonisch und ungemein lecker. Nicht fett, aber sehr dicht und ausladend. Im langen Abgang ein seidiger Schmelz. Ein unvergessliches Genusserlebnis. 19/20.
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