Die Domaine Trapet Père et Fils
Der Jahrgang 2023

1859 erwarb die im gleichen Jahr gegründete Domaine ihre erste Parzelle. In Gevrey-Chambertin, ob­wohl Louis Trapet seinen Betrieb in Chambolle-Musigny gründete. 1960 erklärte der in Mali geborene Schriftsteller Amadou Hampâté Bâ in einer Rede vor der UNESCO: „Wenn ein alter Mann stirbt, brennt eine Bibliothek.“ Auf der Domaine Trapet hat jede Generation ihre Erfahrungen gemacht, jede Generati­on hat viel gelernt und jede Generation hat ihr Wissen weitergegeben. An die nächste Generation, die nach Erfahrung und Wissen dürstet. Keine Bibliothek hat gebrannt. Verbote wurden gebrochen, Tabus wur­den gebrochen und es entstand ein Weingut mit einem konstanten Anspruch und einem tiefen Respekt gegen­über dem Terroir.

Unter der Leitung von Jean-Louis Trapet und seiner Frau Andrée vereint das Weingut Erbe und Moderne, sowohl im Burgund als auch im Elsass, indem es biody­namische Praktiken und eine ständige Suche nach Reintönigkeit in den Weinen miteinander verbindet. Obwohl die Domaine Trapet in einer Gemeinde liegt, in der es nicht an großen Namen mangelt, strahlt sie durch die Qualität ihrer Produktion. Und das nicht nur wegen seiner drei legendären Cuvées: des Chambertin, des Chapelle-Chambertin und des Latricières-Cham­bertin.

Die Verkostung

Aligoté Sous Châtelet 2020

Ein beeindruckend frischer, ausgewogener und tiefer Wein, bei dem der Restzucker nicht einmal ins Auge springt. Von atemberaubender Harmonie bestechen die eleganten Düfte nach Zitrusfrüchten, safti­gem Pfirsich und Nektarinen, weissen Blüten und etwas Honig, die sich ineinander verflechten und sich mit edler Subtilität offenbaren. Es ist ein Bouquet, das über eine wunderbare Palette von Trümpfen verfügt, ohne die Aufmerksamkeit auf sich ziehen zu wollen. Jean-Louis bezeichnet das Terroir als „Ter­roir pour le futur“ (dt. „Terroir für die Zukunft“). Reintönigkeit in ihrem schönsten Ausdruck. Am Gau­men bietet er ein sehr gutes Volumen, man spürt die elsässische Inspiration, das Ganze ist gespannt, aus­gewogen, saftig, raffiniert und hinterlässt einen anhaltenden Eindruck von Limettenzesten, Orangen­schalen und mineralischen Noten. Die 13,5 Volumenprozent Alkohol sind perfekt integriert und die­ser Aligoté hat dem Wein, mit dem wir ihn konfrontiert haben, keine Chance gelassen, obwohl er von der sehr vielversprechenden, 2017 von dem Chinesen Seiichi Saito gegründeten Domaine Petit-Roy stammt. 17.5-17.75/20 (91-92/100).

Gevrey-Chambertin (Villages) Ostrea 2023

Raffinierte, komplexe, tiefe und frische Nase mit reintönigen Düften nach Pflaumen, Kirschen, roten und dunklen Beeren, Röstaromen, Pfeffer und selbstverständlich mineralischen Ansätzen. Viel Stoff im voll­mundigen, samtigen, raffinierten Gaumen. Die rote sowie blaue Frucht und die Mineralität stützen sich gegenseitig, Kirschnoten kommen zum Vorschein und es entsteht eine vielversprechende Komplexität bis zum lang anhaltenden Abgang. 17.75+/20 (92+/100).

Gevrey-Chambertin (Villages) 1859 2023

Eine umwerfende Nase voller Reintönigkeit, Tiefe und Frische. Man fühlt sich sofort in den Weltraum katapultiert, ätherische Noten, Präzision, Spitzenarbeit mit dem Laser. Das alles in ei­nem sinnlichen, ausgefeilten, straffen, durchaus harmonischen und unvergesslichen Bouquet mit exquisiten Duften nach schwarzen Beeren, Brombeeren, aber auch Himbeeren, Rosen­blättern und Veilchen und sogar etwas dunkler Schokolade. Diese Nase wird sich weiterentwi­ckeln und etwa in zehn Jahren ihre volle Komplexität erreichen. Vollmundiger, komplexer, tiefer, rassiger, extrem reintöniger Gaumen mit konzentrierten Tanninen, viel Fleisch am Knochen, einer edlen Struktur und etwas Adstringenz; der Wein braucht einfach Zeit, verspricht zugleich aber sehr viel. Bis zum lang anhaltenden, würzigen Abgang. 18/20 (93/100). 2023 übertrifft meines Erachtens 2022 leicht.

Chapelle-Chambertin (Grand Cru) 2023

Eine betörende, rassige, tiefe, frische, konzentrierte und selbstverständlich extrem jugendliche Nase offenbart kom­plexe und sonnenverwöhnte, reintönige und präzise Düfte nach roten Beeren, Kirschen, Himbeeren, Orangenschale, Gewürzen und Rosenblättern. Dieses Bouquet ver­spricht sehr viel und bringt bereits heute verführeri­sche, mineralische Noten, die beweisen, dass der Unter­boden nicht tief ist. Im aktuellen Stadium beein­druckt der Mund aber noch mehr. Vollmundig, rassig, bis es nicht mehr geht, wiederum durchaus konzen­triert und tief, präzis und reintönig, mit einer perfekt eingebundenen Säure und einer köstlichen Frucht aus­gestattet, verfügt der Gaumen über zahlreiche Trumpfkarten, um in 20 Jahren eine grandiose Flasche anzubieten. Bis zum lang anhaltenden, subtil sal­zigen Abgang. Eine klare Meisterleistung. 19/20 (97/100).



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