Seit 2019 verfolgt Vinifera-Mundi den Weg der Domaine Olivier Bernstein (Link) durch die Jahrgänge und mit jedem Besuch bestätigt sich derselbe Eindruck: Hier entsteht kein Wein, der beeindrucken will, sondern einer, der sich zurücknimmt, um umso genauer zu wirken. Der Stil des Hauses ist heute von einer Klarheit geprägt, die sich am ehesten mit dem Vokabular des klassischen Tanzes beschreiben lässt. Man denkt an Sylvie Guillem – jene Ausnahmetänzerin, deren Kunst nie in der Kraft, sondern in der Reduktion lag, in der Fähigkeit, Bewegung so weit zu entschlacken, bis nur noch das Wesentliche, das absolut Präzise übrig blieb. Genau diese Ökonomie der Mittel findet sich heute in den Weinen von Olivier Bernstein: nichts Überflüssiges, keine Geste zu viel, aber jede Linie von äusserster Spannung.
„Domaine Olivier Bernstein: Der Jahrgang 2025“ weiterlesenDie Domaine Trapet Père et Fils
Der Jahrgang 2023
1859 erwarb die im gleichen Jahr gegründete Domaine ihre erste Parzelle. In Gevrey-Chambertin, obwohl Louis Trapet seinen Betrieb in Chambolle-Musigny gründete. 1960 erklärte der in Mali geborene Schriftsteller Amadou Hampâté Bâ in einer Rede vor der UNESCO: „Wenn ein alter Mann stirbt, brennt eine Bibliothek.“ Auf der Domaine Trapet hat jede Generation ihre Erfahrungen gemacht, jede Generation hat viel gelernt und jede Generation hat ihr Wissen weitergegeben. An die nächste Generation, die nach Erfahrung und Wissen dürstet. Keine Bibliothek hat gebrannt. Verbote wurden gebrochen, Tabus wurden gebrochen und es entstand ein Weingut mit einem konstanten Anspruch und einem tiefen Respekt gegenüber dem Terroir.
„Die Domaine Trapet Père et FilsDer Jahrgang 2023“ weiterlesen
Olivier Bernstein, der Jahrgang 2023
Im November 2024 besuchte Vinifera-Mundi die Domaine Olivier Bernstein (Link) in Beaune. Obwohl Olivier aufgrund einer Geschäftsreise abwesend war, ermöglichte er uns, seinem talentierten Geschäftspartner und Önologen Richard Seguin und mir, eine ausführliche Diskussion über den aktuellen Jahrgang zu führen. Die Domaine ist für ihre hervorragend vinifizierten Weine renommiert und hat im Laufe der Jahre Kritiker überzeugt, die zuvor die Preisstruktur des Weinguts skeptisch betrachtet hatten. Dies liegt nicht nur daran, dass andere Produzenten die Preise der Grands Crus von Olivier Bernstein mittlerweile erreicht oder übertroffen haben – ohne hier Namen zu nennen –, sondern vor allem an der einzigartigen Qualität der Weine, die vom Gevrey-Chambertin 1er Cru Les Champeaux bis zum Grand Cru Chambertin reichen. Der beeindruckende Jahrgang 2023 wird diesen soliden und beneidenswerten Ruf zweifellos bestätigen, da die Domaine Bernstein eindeutig zur Elite der Burgunder-Produzenten gehört.
…
David Duband: Der Jahrgang 2022
An der Spitze einer Ecocert-zertifizierten Domaine (Link) mit 17 Hektar Rebfläche in den prestigeträchtigsten Appellationen der Côte de Nuits wird das Duo David Duband und François Feuillet, die unzertrennlichen Gefährten, die 2007 ihr Weingut – mit einer grossen, tadellos gepflegten Kellerei – in Chevannes inmitten der Hautes-Côtes de Nuits eingerichtet haben, seit vielen Jahren als Referenz für die Qualität ihrer Arbeit und die betörende Finesse ihrer Erzeugnisse anerkannt. Insgesamt werden 20 Weine, darunter sechs Grands Crus und sieben Premiers Crus produziert. Um die Nachteile der ertragsmässig kleineren Jahrgänge zu vermeiden, kaufen die beiden Unternehmer Trauben von Produzenten zu, die nach ihren Richtlinien arbeiten. Zusätzlich betreut David Duband eine ebenfalls Ecocert-zertifizierte Domaine aus Mercurey, die als warmer Insider-Tipp angesehen werden darf: die Domaine Mia (Link). David ist deren Önologe und sie verdient die Aufmerksamkeit der anspruchsvollsten Weinliebhaber. Last but not least haben wir bereits die Domaine präsentiert und ihre Weine wiederholt bewertet. Wie zum Beispiel den Jahrgang 2021 (Link), in dem David einen fabelhaften Latricières-Chambertin und einen nicht weniger grossartigen Clos de la Roche produziert hat.
„David Duband: Der Jahrgang 2022“ weiterlesenLe Roi Chambertin: Der Jahrgang 2022 – Die Weine / Teil 1
Am 16. November 2023 fand die Fachveranstaltung „Le Roi Chambertin“ statt, deren Ziel dieses Jahr in der Präsentation des Jahrgangs 2022 in Gevrey-Chambertin bestand. Nach den wegen der besonders herausfordernden Wetterbedingungen sehr schwierigen Rahmenbedingungen des Jahrgangs 2021, in dem aromatisch durchaus ansprechende Erzeugnisse mit dennoch einer kurzen Lebenserwartung produziert wurden, freuten sich die Winzer*innen schliesslich grenzenlos über das neue Ergebnis: 2022 gilt als ganz grosser Jahrgang, bei dem sogar die Quantität stimmte. Zusammengefasst haben Weinliebhaber grosses Interesse daran, sich genügend Mittel auf der Seite zu legen, ja vermutlich sogar Flaschen aus, best case, Zwischenjahren wie 2014, 2013, 2011, 2008 bis 2006 zu verkaufen, um zum Zeitpunkt der Primeur-Angebote über ein gutes Polster zu verfügen. Wir möchten die Gelegenheit wahrnehmen, um im vorliegenden Bericht den Jahrgang allgemein zu bewerten.
„Le Roi Chambertin: Der Jahrgang 2022 – Die Weine / Teil 1“ weiterlesenOlivier Bernstein: Der Jahrgang 2022
Kann man Weine wie die von Olivier Bernstein oder die der DRC mit Primzahlen in Verbindung bringen? Sie beschäftigen uns, verwirren uns, sie faszinieren uns, und die Bandbreite der Emotionen, die sie hervorrufen, ist noch lange nicht erschöpft. Primzahlen haben einen magischen Aspekt, sie sind nur durch eins und sich selbst teilbar und bergen in ihrem intrinsischen Inneren eine Exklusivität, die alle anderen Zahlen vor Neid erblassen lässt.
„Olivier Bernstein: Der Jahrgang 2022“ weiterlesenLa Paulée de Zurich
In der Agenda der Burgunder-Liebhaber gilt der Monat November als wichtigster Meilenstein überhaupt. Es genügt zu beobachten, in welchem hellen Aufruhr sich die Hauptstadt der Burgunder Weine, Beaune, am dritten Wochenende des Monats befindet, um einen unvergesslichen Moment lang mitzufiebern. Weinliebhaber aus ganz Europa begeben sich in die 20’122-Einwohner-Stadt, um bei der weltweit berühmten Auktion der Hospices de Beaune dabei zu sein. Die Strassen sind überfüllt, hier und da heizen Guggenmusik-Gruppen die Stimmung an, dort kann sich das begeisterte Publikum mit lokalen Spezialitäten wie den unvermeidlichen Jambon persillé und Oeufs en Meurette stärken oder noch die lokalen Biermarken verkosten.
„La Paulée de Zurich“ weiterlesen