Sicilia DOC 2025
„Ein etwas anderer Weinbericht“
Teil 2

Sicilia Doc (Link) zählt diverse Rebsorten auf, insbesondere Meister Syrah begegnete uns regelmässig. Doch interessanter war für uns natürlich, was hier abseits des Bekannten an Autochthonen ins Glas gepackt wird.

Die wichtigste Auswahl in Weiss

Zibibbo – Z’bīb – Moscato d’Alessandria (> 200 Synonyme)

Die Geschichte der Zibibbo-Rebe (arabisch «Rosine»), einer Traube mit kompakter Haut, die man isst und trinkt, soll ca. 500 Jahre alt sein. Bekannt ist auf jeden Fall, sie wird seit ewigen Zeiten im Mittelmeerraum angebaut, hat ihre Wurzeln im alten Ägypten und wurde von den ollen Phöniziern importiert. Um 800-700 vor Christus gehörte sie zu den verbreitesten Rebsorten im westlichen Mittelmeerraum. Während des Römischen Reiches wurde sie auch in andere Regionen Südeuropas exportiert. Man findet sie heute in Tunesien, Marokko, Südafrika, Kalifornien, Australien und Südamerika.

Zibibbo (Link) hat die religiösen Alkoholverbote während der arabischen Herrschaft überlebt. Für die arabischen Gaumen wäre sie in deren Küche unverzichtbar gewesen. Die Geschichte der schwäbischen Maultasche (Link) als «Herrgottsbscheisserle» kam uns spontan in den Sinn.

Es handelt sich aber tatsächlich um eine der wenigen wirklich aromatischen Weintrauben, reich an Terpenen, d.h. aromatischen organischen Verbindungen. Sie besitzt eine hohe Konzentration an Geraniol, Linalool und Nerol, ist empfindlich gegen hohe Feuchtigkeit, verträgt aber prima trockene und warme Klimazonen. Also quasi eine Warmduscherin bei relativ hohem Ertrag.

Grillo

Die Kreuzung (Link) zwischen Catarratto und Zibibbo (im Ausdruck ähnlich Sauvignon Blanc) war historisch die wichtigste Rebsorte in Marsala. Zitrus, weisse Blüten, Geranien, Tropendüfte von Litschi bis Melone, gepaart mit den typischen Mittelmeerkräutern, ist was man an der Nase erwarten darf. Am Gaumen oft saftig ausgewogen, nicht selten mit einem harmonischen Film der an Wachs erinnert, einer feinen Säure und einem frischen würzigen Abgang.

Hierzu passt wie Faust auf Auge das sizilianische Nationalgericht Pasta con le sarde (Link), d.h. Sardinen, wilder Fenchel, Pinienkerne und Rosinen, denn man liebt süß-salzig und der Wein sollte daher nicht dominieren.

Besuchte Weingüter

Um hier keine Doktorarbeit zu brikolieren, aber dennoch besuchte Winzer zu erwähnen, abschliessend das Folgende:

Alessandro di Camporeale – Tradition und Innovation im Herzen Siziliens

Der familiengeführte Biobetrieb (Link) in der Monreale DOC-Region im westlichen Sizilien liegt semikontinental nahe Camporeale bei Palermo. Er wird in der vierten Generation von drei Cousins geführt, wobei der Name „Alessandro“ der Familienname und „Camporeale“ der Heimatort ist. Auf rund 40 Hektar in 300–600 m über dem Meerherrscht ein mildes Klima mit viel Wind gegen Pilze und mit deutlichen Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht.

Das Tasting ihrer Weine ging beim Tasting von Sizilia DOC voll in die Hose, da wir Gläser bekamen, die stark nach Keller/Pilz rochen. Das zeigt wie wichtig es ist, vorab genau zu prüfen ob Gläser von der Form zum Wein geeignet und auch absolut sauber sind. Vor Ort waren wir jedoch positiv überrascht. Der Benede Catarratto (16.25/20 – 85/100) wird aus 24 verschiedenen Weinbergen (unterschiedlich ausgebaut) geboren. Leider ist der Grillo Mandranova 2024 (17/20 – 89/100) inzwischen ausverkauft aber der Monreale White Mandranova 2023 war auch gut (16.75/20 – 87/100). Ihr easy-drinkable NDA wird heute als moderner Trinkwein mit sanfter Frucht, einer schön eingebauten Säure und sanftem Tannin vermarktet (17/20 – 88-89/100). Der bekanntere Wein ist jedoch der charaktervolle Kaid Syrah Sicilia DOC, der trocken bei angenehmen Dörrfrüchten und sanft süssen Marmeladenoten regelmässig hohe Bewertungen abstaubt (2022) wir geben gern 17.75/20 (92/100).





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