Gut Hermannsberg: 10 Jahre im Zeichen von Riesling

Mit Gästen aus aller Welt feierten Jens Reidel und Dr. Christine Dinse die Wiedererstehung des Pioniergutes an der Nahe. 2009 erwarb das Ehepaar die ehemalige „Königlich-Preussische Weindomäne“ in Niederhausen, benannte sie um in „Gut Hermannsberg“ und führte sie konsequent nach oben. Heute darf sich Gut Hermannsberg wieder als eines der besten Weingüter Deutschlands nennen.

Stuart Pigott, Jasper Reidel, Karsten Peter, Dr. Christine Dinse und Jens Reidel. © Fokuspoint

Atemberaubend schön

„Es ist der schönste Platz der Welt“, erklärte Michael Prinz zu Salm-Salm in seiner Festansprache. „Und wir alle sind glücklich, dass Sie diesen wunderbaren Ort wieder zum Strahlen brachten“.

Tatsächlich liegt Gut Hermannsberg pittoresk auf einer Bergkuppe, umgeben von steilen Weinhängen, die allesamt Große Gewächse hervorbringen und einen idlyllischen Blick auf die Nahe genießen. Namensgebend ist der majestätische Hermannsberg. Gleich daneben neigt sich die Kupfergrube schwindelerregend steil gegen Süden. In ihr wachsen die reifsten Weine des Gutes. Anlässlich des Jubiläums öffnete Kellermeister Karsten Peter für internationale Weinexperten Rieslinge aus der Kupfergrube bis zurück aus 1914. Damit wurde nicht nur qualitative Entwicklung des letzten Jahrzehntes sondern auch die historische Relevanz des Gutes unter Beweis gestellt.

Michael Prinz Salm-Salm dankte den Eigentümern für ihr Engagement an der Nahe. © Fokuspoint

Aufregende Dekade

Jens Reidel und Dr. Christine Dinse blicken auf eine aufregende Dekade zurück. Umsichtig und respektvoll haben sie investiert. „Was hier in zehn Jahren geleistet wurde“, erklärte Karsten Peter bei seinem Resümee, „dafür braucht man anderswo zwei- oder dreihundert Jahre!“ Die wesentlichsten Meilensteine sind:

  • 2009 Umstellung der Weinberge in nachhaltige Bewirtschaftung, Reduktion der Erträge, Umstellung auf spontane Vergärung
  • 2010 Renovierung des Direktorengebäudes zu einem stilvollen Gästehaus mit elf Zimmern
  • 2012 Verfassung und Veröffentlichung der Chronik Gut Hermannsberg durch Dr. Christine Dinse mit akribischer Aufarbeitung der dichten Historie des Gutes
  • 2013 Gault Millau kürt Karsten Peter zum Aufsteiger des Jahres
  • 2013 Robert Parker Wine Advocate bewertet 2011er Kupfergrube Auslese mit 94 Punkten
  • 2014 Nach fünf Jahren Aufbauarbeit wird der Niederhäuser Steinberg neben Hermannsberg, Kupfergrube und Bastei zum vierten Großen Gewächs des Gutes.
  • 2016 Der Riesling aus der VDP.Grossen Lage Altenbamberger Rotenberg wird mit dem Jahrgang 2015 zum fünften Großen Gewächs deklariert.
  • 2016 Die FAZ kürt Karsten Peter zum Winzer des Jahres
  • 2017 Die Kupfergrube TBA 2015 erhält 100 Punkte von Robert Parker Wine Advocate. Eine Magnumflasche dieses Weines wird für 10.600 Euro versteigert.
  • 2018 Eine Flasche der 1921 Kupfergrube wird um 15.000 Euro versteigert. Gut Hermannsberg ist zum zweiten Mal Rekordhalter bei der Nahe-Auktion
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Seit 2009 leitet Karsten Peter die Weinproduktion und steht damit hinter dem beeindruckenden Aufstieg von Gut Hermannsberg. © Fokuspoint

Gäste aus aller Welt

Geschäftspartner und Freunde aus aller Welt waren zur Feier des Jubiläums angereist – darunter die Winzerkollegen Helmut und Cornelius DönnhoffWerner und Frank SchönleberPeter Jacob Kühn, die amtierende Nahe-Weinkönigin Angelina Vogt, der Bürgermeister von Schloßböckelheim Hartwick Suhr, die Bürgermeisterin von Bad Kreuzach Dr. Heike Kaster-Meurer sowie Landrätin Bettina Dickes u.v.m. Beim Empfang und Auftakt des Festes wurde mit dem neuen Jahrgangssekt (2013) angestoßen, der auch in Kürze bei der nächsten Nahe-Auktion in Bad Kreuznach versteigert wird.

Alle Gäste konnten die klimatischen Besonderheiten, die für die Eleganz des Rieslings essentiell sind, selbst fühlen. Solange die Sonne am Himmel steht, ist die Hitze in diesem Stein-Amphitheater extrem. Sobald sie untergeht, fallen die Temperaturen rasant ab. Dieses Wechselspiel ist für die Rassigkeit und Finesse der Weine von Gut Hermannsberg verantwortlich.

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… genoss man den einzigartigen Blick auf die Steillage Kupfergrube. © Fokuspoint

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Jedes Grosse Gewächs von Gut Hermannsberg hat seine ganz eigene Persönlichkeit

Der Adler ist gelandet

„Es war 1984, als ich den ersten Schluck Kupfergrube auf der Zunge hatte. Es war Liebe auf den ersten Blick“, erklärte Weinkritiker Stuart Pigott in seiner Rede. Seine Erfahrung und Begeisterung für das Weingut bringt der Experte seit kurzem als Riesling Ambassador auf Gut Hermannsberg ein. Zum Abschluss seiner launigen Festansprache zog Pigott den Lederhandschuh über, und aus dem gegenüberliegenden Steilhang der Kupfergrube flog ein grosser Adler los, um unter dem Jubel der Festgäste auf den Arm des Weinexperten zu landen. Der preussische Adler, Symbol der Staatsdomänen, ziert auch heute noch das Etikett von Gut Hermannsberg.

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Stuart Pigott. Weinkritiker und “Riesling Ambassador von Gut Hermannsberg”. © Fokuspoint

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