Domaine Pierre-Yves Colin-Morey, Meursault 1er Cru «Les Genevrières» 2011

Anfang August, zum Lunch im “Le Bistrot du Bord de l’Eau” der l’Hostellerie de Levernois (wenige Kilometer von Beaune) gastronomisch von Jean-Louis Bottigliero und seinem Team verwöhnt zu werden und einfach den Nachmittag vertrödeln – kann man sich mehr wünschen?

In der Hostellerie (Relais & Chateaux) kann man abends einerseits gehoben im Restaurant Gastronomique dinieren, man hat aber auch die Möglichkeit, (mittags und abends) im typisch Burgundischen Bistro für wenig Geld „einfache Nouvelle Cuisine de Bourgogne“ zu geniessen. Im Sommer wird auch draussen bedient; wenige Meter vom Flüsschen „La Bouzaise“ steht unser Lieblingstisch.
Das sympathische und sehr kompetente Ehepaar Susanne und Jean-Louis Bottigliero führt seit gut 10 Jahren dieses zauberhafte Hotel und hat das renommierte Haus zu neuem Höhen geführt. Auffällig ist vor allem die Beständigkeit der Qualität in der Küche. Das kleine 4-Gang-Menu (mittags à EUR 33.-, inkl. Käse) im Bistro ist genau das Richtige, um eine gute Flasche Wein zu begleiten…
Die Weinkarte (verlangen Sie auch im Bistro unbedingt die Weinkarte des Restaurant Gastronomique) ist eine der besten der gesamten Côte-d’Or – und das will etwas heissen!

Die Weine von Coche-Dury sind auch hier rar geworden, nur noch den Meursault Village 2012 bekommt man für EUR 145.-, immer noch fair, aber so viel kostete hier bis vor wenigen Jahren der Meursault 1er Cru „Les Rougeots“! Ich entscheide mich stattdessen für Pierre-Yves Colin-Morey. Die Auswahl ist umfangreich (Jahrgänge 2011 – 2013) und es ist nicht einfach, sich zu entscheiden: Lieber den Genevrières oder den Perriéres? Die Wahl fällt auf den „Les Genevrières“ 2011 für EUR 162.-

meursault_genevrieres_2012Meursault 1er Cru Les Genevrières 2011
Farbe: Glasklares Stroh-Lindenblüten-Gold. Das edle, komplexe und frische Bouquet entfaltet sich rasch und bietet eine Palette von Aromen, beginnend bei Limone, Apfel und etwas exotischer Frucht bis hin zu Kräuter-Aspekten von Zitronengras, Eisenkraut und Wermut, aber auch feuchter Galet (Flusskiesel) und Feuerstein. Im Gaumen sehr intensiv und lang, ohne schwer oder breit zu wirken. Eine erstaunlich nervige Säure trägt die Aromen wie auf einer Welle! Glasklare Noten von Limone, Zitrone, grünen Mandarinen und Orangenschale, begleitet von Kräuternoten wie schon im Bouquet, dazu Rauch und viel Feuerstein. Der Abgang ist extrem lang und befriedigend. Der Wein hat seine ganz eigene Stilistik. Ich hätte nicht auf einen Meursault 1er Cru getippt. Diese kompromisslose, stählerne, kräuter-dominierte Stilistik hat mich wirklich überrascht. Allerdings waren am Tisch nicht alle so begeistert. Manchen fehlte die verführerische Fruchtigkeit eines Meursault von Dominique Lafon. Diesen Weinfreunden habe ich die Maconnais von Lafon empfohlen! Ich bleibe beim Colin-Morey. Grosses Trinkfenster und langes Lagerpotential. 18.5/20.

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