Bein, Bein Merlot 2011, Stellenbosch

Seit bald 17 Jahren leben Ingrid und Luca Bein in Südafrika und zwar im Stellenbosch-Anbaugebiet. Das Schweizer Winzerpaar leitet seitdem das kleinste Weingut des Gebiets, in welchem sie ausschliesslich Merlot-Weine produzieren. Wir bewerten den Bein Merlot 2011.

bein_merlotEine Digression über Merlot
Dieser Wein ist qualitativ zwischen dem fruchtbetonten, bekömmlichen Little Merlot und dem vielversprechenden Merlot Reserve einzustufen und heisst „Merlot“, einfach „Merlot“. Nicht zuletzt wird auch ein Pink Merlot produziert. Wir haben das sehr freundliche und aufgeschlossene Ehepaar nicht gefragt, ob es sich für minimalistische Kunst interessiert. Der Name dieses Erzeugnisses erinnert mich an einen grossen Art Brut Künstler, Oswald Tschirtner, den ich mal über seine Definition des Glücks fragte. Er antwortete kurz und bündig „Frieden muss sein“. Ob es allerdings weitere mögliche Verknüpfungen zwischen Kunst und Wein gibt, fragen wir lieber nicht. Und schon gar nicht einen weiteren Künstler, der mir immer gefallen hat, nämlich der Österreicher (er auch) Franz Ringel mit den „Geschichten von Wein, Weib und wenig Gesang, die über ihn kursierten“, wie es die Zeitung die Presse am 28. Oktober 2011 kurz nach seinem Tod schrieb.

PV-merlots

Klicken Sie das Bild an

Der Merlot 2011
Der Bein Merlot ist unser Hauptwein, die optimale Synthese aus unseren verschiedenen Partien. Er reflektiert so am besten das übergeordnete Terroir unserer Lage“ schreiben Ingrid und Luca Bein auf der eigenen Website. Aufgrund unserer Verkostung stimmen wir mit dem Winzerehepaar überein. Beim Merlot 2011 handelt sich um eine Assemblage aus 92% Merlot und 8% Cabernet Sauvignon, wobei ein Hauch Malbec das Ganze vervollständigt. Im Jahrgang 2011 wurde Cabernet Sauvignon in jedem Wein hinzugefügt, da das Jahr für diese Rebsorte richtig gelungen war. Der Ausbau hat 13 Monate in 50% neuen Fässern, 30% 2.Füllung und 20% 3.Füllung gedauert. 5‘900 Flaschen und 500 Magnum wurden abgefüllt.

Der Merlot 2011 bietet zunächst eine generöse, intensive Nase mit ausgereifter Frucht und feinen Röstaromen. Es lohnt sich, sein Glas zu schwenken, damit sich das Ganze noch weiterentwickelt. Irgendwie wirkt diese Nase nach einer Weile richtig sinnlich, man erkennt, die Traubensorten und die Düfte sind reintönig. Es kommen dann subtile, würzige Akzente hervor und das Holz fällt effektiv nicht auf. Wir sind weit weg von gewissen modernen Erzeugnissen, in welchen das Holz anscheinend die erste Geige spielen will. Der Gaumen setzt sich in der Kontinuität des Bouquets fort. Warum kompliziert oder künstlich vinifizieren, wenn es doch so einfach gehen kann? Was wiederum nicht verhindert, dass dieser Gaumen auch Tiefgang und Vielschichtigkeit anbietet. Die Frucht ist vielfältig, doch verbinden sich sie Aromen schön harmonisch und ausgewogen. Der Saft ist samtig, frisch, vollmundig und beruht auf einer guten Säure. Die Tannine sind gewoben und liefern auch Charakter. Ein klarer Erfolg. 17.25/20.

 Dieser Wein ist in der Schweiz für CHF 24.60 bei Savinis und Ed’s World Wines erhältlich. Magnumflaschen sind ebenfalls verfügbar.

Zurück

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.