Weingut O, Olaf Schneider, Riesling Spätlese Ungsberg 2012

Insgesamt wurden 283 Flaschen dieses Weines abgefüllt.
IMG_3651Der Alkohol liegt mit 8.2 Vol.% eher im tieferen Bereich für eine Spätlese. Dies ist aber nicht negativ zu werten, im Gegenteil, 63 Gramm/Liter natürlichen Restzuckers werden durch 8.2 Gramm/Liter Säure sehr gut ergänzt.

 Helles, klares und intensives, im Licht glänzendes, Gelb mit limettengrünen Anklängen.

Das ist ein eher verhaltenes, aber trotzdem vielschichtiges Bouquet, welches mir aus dem Glas entgegenkommt, da ich den Wein vermutlich aus Gewohnheit eher zu kühl ins Glas eingeschenkt habe! Nebst den für den Riesling sortentypischen fruchtigen Eindrücken wie Zitrusfrüchte (von Zitrone über Limette hin zu Grapefruit), und etwas dezent im Hintergrund, exotischen Komponenten wie Maracuja sowie etwas weissem Pfirsich, sind auch deutlich die mineralischen, salzig-medizinalen Komponenten nicht zu vernachlässigen. Ganz, ganz dezent ist auch eine feine Petrolnote wahrnehmbar was mich aber überhaupt nicht stört – im Gegenteil!

IMG_3653Am Gaumen ein cremiger Auftakt, welchem aber durch eine recht lebhafte Säure und salzige Mineralität gut Gegensteuer gegeben wird. Sehr floral (viele gelbe Blüten) und eine gut eingebundene Röstaromatik (grosses Holz d.h 3000Lit., mehrfach gebraucht?). Die komplexe Struktur machte sich erst nach einer Weile bemerkbar als sich der Wein im Glas der optimalen Trinktemperatur angenähert hatte. Dieser Wein hat sowohl viel Schmelz und Cremigkeit, als auch eine verspielte, aber kräftige, mineralische Salzigkeit und einen starken Schieferton im ersten Abgang, welcher durch eine kräftige Fruchtigkeit aus der retronasalen Wahrnehmung ergänzt wird. Die natürliche Fruchtsüsse ist moderat für eine Spätlese. Dies entspricht der Jahrgangscharakteristik (=gradlinige Weine), mehr Säure als 2011, eher zurückhaltender und nicht opulent und so primärfruchtig wie bei den 2011er Weinen. Das ist aber kein Nachteil (ausser für diejenigen Konsumenten, welche Ihre Weine ausschliesslich jung und während der ersten Fruchtphase trinken). Ich könnte mir gut vorstellen, dass sich die Weine des Jahrganges 2012 zwar langsamer als diejenigen des Jahrganges 2011 entwickeln, dafür aber auch langlebiger und mit mehr Potential ausgestattet sind. Der Wein hinterlässt nach seinem langen Abgang im Mund und am Gaumen eine traubige Frucht und einen feinen, mineralisch-salzigen Belag. Dieser Abgang ist wirklich sehr lang anhaltend und animiert auch dazu, den nächsten Schluck aus dem Glas zu nehmen! Die nur 8% Vol. Alkohol erhöhen das Trinkvergnügen und lassen es einen nie bereuen, sich ein weiteres Glas eingeschenkt zu haben! 17.75/20

Bezugsquellen: http://www.bona-aestimare.ch/, http://www.cave-des-anges.ch/ oder in Deutschland direkt ab Hof.

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