Chasselas – von Féchy bis Dézaley Ein weinkulinarisches Abenteuer im Waadtland

Chandra Kurt’s Exkursion in das Waadtland ist eher eine erzählerische Form der Begegnung mit der Chasselastraube. Ausgehend von einer Listung der wichtigsten Traubensorten in der Schweiz ist das Buch eine Hommage an die Chasselastraube, oder wie Kurt schreibt: „Chasselas – eine Schweizer Neutralitätserklärung“. chasselas5Von den 19 verschieden Chasselas Typen über die malolaktische Gärung bis hin zum Terroir,dem „unklaren Fachbegriff der Weinwelt“, erfährt man viel Wissenswertens über den Weinbau im Waadtland. Und wie Kurt notiert: „Man muss gerne kochen und essen, Wein geniessen und neugierig sein“, dann liest sich das Buch wie von selbst. „Wein und Essen gehören zusammen, wie der Genfersee und die Chasselastraube“.
Sehr schön sind auch die Illustrationen in diesem Buch. Die Holzschnitte sind von Paul Boesch aus seinem Werk „la Grande Année Vigneronne“ (1935) und bilden die 12 Jahreszeiten in und um die Weinberge, resp. im Keller ab.

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Im August © Orell Füssli Verlag, Paul Bloesch

Die jeweiligen Terroirs werden beschrieben und auch in ihren historischen Kontext gestellt. Man findet die Typizität des Fleckens „Calamin“ mit dem ihm eigenen Stil ebenso, wie die Beschreibung der Bodenstrukturen zwischen Villeneuve und Bex.

Dazwischen immer wieder Reisetipps, wie man sich diesem Gebiet am Besten annähert, resp. was wann gerade interessant zum Wandern ist.

Über la Sarraz bis Yverdon-les-Bains schliesst die Beschreibung mit der Appellation Vully ab. In dieser, an den Ufern das Murtensees gelegenen 50 Ha kleinen, Weinregion werden ungeschminkte, klare und präzise Weine hergestellt.

Da Chasselas nicht zu Pasta mit Tomatensauce serviert wird, hat Chandra Kurt auch gleich diverse Rezepte parat, die sich mit diesem Wein gut vertragen. Von Vorspeisen über Hauptgerichte zu den Desserts sind über 35 Gerichte mit de Weinvorschlägen gelistet. Als Beispiel wird zu Kaninchen mit Lauch ein reifer Chasselas empfohlen, hingegen sollte es zu Sushi und Sashimi eher einen jungen Wein sein, mit nicht zu hohem Alkoholgehalt. Kurt empfiehlt hierzu einen Vinzel oder Mont-sur-Rolle.

yvorneChandra Kurt, Weinautorin, schreibt für zahlreiche Medien im In- und Ausland. Sie wurde 2006 mit dem Schweizer Weinpreis Goldene Rebschere auszeichnet. Mit Madeleine Gay (Provins Wallis) kreierte Sie eine Weinkollektion und lancierte mit Maison Bolle 2013 unter dem Label „Collection Chandra Kurt“ eine Kollektion aus Chasselas Trauben von verschieden Terroirs.

Zusammenfassung
Das Buch von Chandra Kurt und Les 99 chasselas à boire avant de mourir von Jérôme Aké Béda und Pierre-Emmanuel Buss bringen aus unterschiedlichen Richtungen den Chasselas in den Mittelpunkt. Sei es als Reiserzählung und spannend geschriebenes Kochbucht mit der Liebe zu Kochen, Essen und Weingeniessen – wie bei Chadra Kurt. Oder aber als Kanon der Westschweizerwinzer, mit Ihren Weinflaschen, Degustationsnotizen, Domainbeschrieben und Gastronomie Impulsen bei Jérôme Aké Béda. Sie ergänzen sich, wie Rebranken winden sie sich ums Thema Chasselas herum, immer wieder auf den Punkt landend, sich ergänzend und spielerisch weiter treiben … Ich empfehle Ihnen beide Bücher zu lesen um aus dem tollen Fundus schöpfen zu können. Nur im Dialog der Bücher wird der Chasselas zu dem was er ist – ein tiefgründiger und vielschichtiger Wein mit Tiefgang und Charakter – eben kein seichtes Wässerli.

Informationen:
99 chasselas à boire avant de mourir
Aké Béda, Jérôme; Buss, Pierre-Emmanuel
Verkaufspreis CHF 59.00
Verlag Favre,2014

Chasselas – Von Féchy bis Dézaley
Ein Weinkulinarisches Abenteuer im Waadtland
Chasselas – De Féchy au Dézaley
Un voyage à la découverte des trésors du vignoble vaudois
Chandra Kurt

Verkaufspreis CHF 44.90
orell füssli Verlag, Zürich, 2014

Die Bücher können bei den Verlagen oder im Buchhandel bestellt werden.

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