Tsiakkas, Xynisteri 2013 und Vamvakada Maratheftiko 2012

Costas Tsiakkas kann deutlich mehr Konsumenten als die eingefleischten Liebhaber zypriotischer Weine in Erstaunen versetzen. Der frühere Bankdirektor beweist nicht nur Innovationsfreudigkeit, sondern er weiss auch, wie sich Tradition und Erneuerung zu einem harmonischen Ganzen zusammenfügen können. Er beweist es mit seiner Commandaria genauso wie mit den beiden Erzeugnissen, welche wir nun bewerten.

tsiakkas_xynisteriXynisteri 2013
Ich fragte vor etwa vier Jahren Yve Batardon, den renommierten Winzer und Geschäftsleiter der Genfer Domaine de la Mermière, ob es eventuell eine Verwandschaft zwischen Altesse, einer Rebsorte, welche ihm besonders gelingt, und Xynisteri geben könnte. Wir verkosteten zunächst einen jungen Altesse, dann einen fünfjährigen Xynistri. Die Düfte beider Rebsorten ähneln sich irgendwie verwirrend. Inzwischen habe ich den Vitis International Variety Catalogue konsultiert und festgestellt, dass die gemeinsamen Düfte nach Pfirsich, Zitrusfrüchten und etwas Vegetativem, aber auch die Fähigkeit, gut altern zu können, eigentlich das Ergebnis eines Zufalls sind.

Dieser Xynisteri 2013 bietet eine Nase, welche zunächst kompliziert wirkt, welche sich aber innerhalb von drei Tagen sehr vorteilhaft entwickelt. Die im Gaumen präsente, doch nicht störende Säure bringt Lebhaftigkeit und Frische, während sich eine schöne Würzigkeit entfaltet. Der Gaumen zeigt sich spritzig, aber auch dicht und relativ vielschichtig. Früchte und Mineralität ergänzen sich und bieten einen guten Geschmack. Die 12.5% Alkohol sind gut eingebunden. Angenehmer Abgang. 17/20.

tsakkas_maratefthikoVamvakada Maratheftiko 2012
100% Maratheftiko. Die Rebstöcke sind zwischen 60 und 100 Jahre alt und befinden sich rund 1100 m ü.M.
13% Alkohol. Zunächst eine Nase, welche viele westliche Weinliebhaber herausfordern dürfte. Es ist wie die Kreuzung zwischen zwei Weintypen der neuen Welt, es bietet zunächst eine überschwängliche Nase nach dem Konzentrat roter Beeren, sowie z.B. Kirschen- und Himbeercoulis. Es gibt ausserdem ganz klare Noten von Pinotage und man fragt sich rasch, was sie da zu suchen haben. Doch ein paar Tage später hat sich das Ganze besänftigt. Der Pinotage wirkt ruhiger und dient als Rahmen oder als Hintergrund zu einem parfümierten Bouquet, in welchem sich eine angenehme Würzigkeit sowie Holzvanille nun ausdrucken können. Die Würze setzt sich im Gaumen fort und dieser Maratheftiko entfaltet sich nun in einem anderen Register als diejenigen, welche wir in unseren zwei Berichten über das Zypern Weinwunder bewertet haben. Jeder hat seinen Stil, jeder hat seinen Winzer und so macht es wirklich Spass zu merken, dass die modernen zypriotischen Winzer wenig mit standardisierten, parkerisierten Erzeugnissen zu tun haben. Dichter und molliger Gaumen, frisch und vielfältig, fruchtig und bestimmt mit einem guten Extrakt ausgestattet. Tragende Säure, wobei sich diese mit dem Saft gut verbindet. Ein Wein mit viel Charakter, nichts für Punktbesessene, sondern für neugierige Trinker. 17.5/20.
Dieser Wein kostet CHF 22.- bei Paphos-Weine.

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