Weingut Hannes Harkamp: Gelber Muskateller in zwei Varianten​. Still oder prickelnd?

Eine österreichische Lieblingssorte ist und bleibt der Gelbe Muskateller. Er erfreut jedes Mal aufs Neue mit seiner verführerischen und leicht wiedererkennbaren Aromatik.

Kein Wunder, dass ausgerechnet diese Rebsorte so viele Fans hat. Der Sausaler Winzer Hannes Harkamp (nördliche Südsteiermark, ca. 40 km südlich von Graz) präsentiert die beliebte Rebsorte in zwei Varianten: Als klassisch-eleganten Stillwein und als erfrischend-fruchtigen Winzersekt. Beim fertigen Wein achtet Hannes ganz besonders auf eine straffe, elegante Aromatik, die niemals zu vordergründig geraten soll. Der Winzer ist nämlich kein Fan von lauten Aromen.

Still
Die Qual der Wahl. Probiert man zuerst den eleganten Stillwein oder doch den feinen Winzersekt? Beginnen wir mit dem Stillwein. Dafür verarbeitet der südsteirische Winzer die Trauben der eigenen Lage Flamberg. Dieser Hügelrücken liegt im kleinen Weinbaugebiet Sausal, welches zur Südsteiermark zählt. 1,5 ha sandiger Kalkboden sind mit Gelbem Muskateller bestockt, die Hangneigung beträgt zwischen 30 und stolzen 60 %.
Die Lese der Trauben erfolgte am 24. September 2013 per Hand. Der Wein wurde im Stahltank vergoren, teilweise erfolgte die Maischegärung mit natürlichen Hefen, was dem fertigen Wein eine geschmackliche Eigenständigkeit beschert. Auch der Ausbau erfolgte zur Gänze im Stahltank. Neben Morillon und Sauvignon blanc ist der Gelbe Muskateller einer von drei Lagenweinen aus der Serie Flamberg (Flamberg nennt sich übrigens die längliche, geologische Erhebung in der Gemeinde St. Nikolai im Sausal, auf der sich auch das Weingut und das Weingartenhotel der Familie Harkamp befinden. Zugleich steht der Name Flamberg auch für eine Katastralgemeinde).

Verkostungsnotiz Flamberg Gelber Muskateller 2013
Strahlend klar, grüngelbe Farbe. Betörende Nase nach Litschis und reifen Orangen, etwas Minze. Am Gaumen mittelkräftig, balanciert. Der Wein zeigt die typische Direktheit und das Volumen des Flamberger Terroirs. Langes, trockenes Finish. Lagerpotential mind. 6 Jahre. 2,4 g/l RZ, 6,2 g/l Säure, 12 % vol. Alkohol.

…oder prickelnd?
Diese Frage ist im Falle der beiden Gelben Muskateller von Hannes Harkamp wahrlich nicht einfach zu beantworten. Im Zweifelsfall probiere man beide! Ein Anlass zum Feiern findet sich schließlich immer, entweder zu Beginn eines netten Momentes oder als erfrischendes Ende. Für seinen Gelben Muskateller-Sekt verarbeitet Hannes Harkamp die jüngeren Trauben aus den Lagen Flamberg und Oberburgstall. Die Trauben werden auch hier zu 100 % per Hand gelesen, der anschließende Ausbau erfolgt im Stahltank. Durch die zwölf-monatige Lagerung auf der Feinhefe erhält der Sekt eine subtile Cremigkeit. Nach der Degorgierung wird er mit einer moderaten Dosage versetzt.

Verkostungsnotiz Gelber Muskateller-Sekt
Klar, helles gelbgrün. In der Nase elegante Nuancen von Mandarinen, Holunderblüten und Lemongrass. Attraktives, elegantes Bukett. Am Gaumen gelbe, tropische Früchte, feinwürzig, feine Fruchtsüße und süße Orangennote im Abgang. Erfrischende Säurestruktur. Lagerpotential mind. 3 Jahre. 11g/l Dosage, 7 g/l Säure, 12 % vol. Alkohol.

Bezugsquelle
Dani Matter, Samedan, www.danimatterweine.ch

Flamberg Gelber Muskateller 2013, CHF 21 brutto
Gelber Muskateller Sekt, CHF 22 brutto

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