Romano dal Forno, Amarone 2008

Die Herausforderungen, welchen sich Romano dal Forno mit seinem Flaggschiff stellt, sind bekannt: Entweder passt ihm der Jahrgang oder der Wein wird gnadenlos deklassiert. So wurde in den Jahren 2005 und 2007 kein Amarone abgefüllt. Hingegen ist der Amarone 2008 ein Monument.

dalforno2008Die Farbe setzt erste Zeichen. Sie ist dicht und wirkt extrem konzentriert. Parker schreibt, die Farbe sei eine solche, welche nie auf einem Farbenrad zu finden sei. Erinnert irgendwie an einen hoch konzentrierten Tannat aus dem französischen Südwestanbaugebiet. So z.B. wie ein La Tyre 2002 von Alain Brumont. Schwarz wie die Finsternis und wenn auch Physiker behaupten, dass diese Farbe in der Natur nicht existiert, so ist dieser Wein einfach schwarz. Die Nase stellt uns vor ein unlösbares Rätsel. Es geht in alle mögliche Richtungen, zeigt sich aber aktuell extrem konzentriert und vorhersehbar homogen wie verhalten. Ätherisch und bezaubernd. Zwar kann man sich über Früchte oder weitere aromatische Komponenten unterhalten, welche sich in der Nase befinden. Man kann sich auch fragen, wie alt das Elixier sein müsste, um auf so einen aromatischen Stand zu gelangen. Ob so ein Wein aber nur auf solche Wahrnehmungen eingeschränkt werden kann, ist eine andere Frage. Die gesamte Palette schwarzer Düfte ist zu erkennen, wobei empyreumatische Noten interessanterweise fehlen. Zwar kann diskreter, nasser Teer erkannt werden, es strömen aber vor allem Brombeersosse und -Püree sowie Johannisbeerenlikör aus. Die Nase wirkt unerschütterlich, ultrapräzis und elegant. Aber auch betörend. Wie der Kuss einer schwarzen Witwe. Der Gaumen besitzt einen delikaten, wiederum präzisen Schmelz. Man merkt, dass der Jahrgang anspruchsvoll und nicht warm war. Unvergessliche Momente oder Ergebnisse entstehen immer im kühlen Schmerz. Der Gaumen ist breit und komplex, vielschichtig wirkt er aber im aktuellen Stadium nicht. Vergebens sucht man auch die Tannine. Diese fallen überhaupt nicht auf, obwohl der Saft wiederum ultra konzentriert, aber auch fein und geschmeidig ist. Die Säure ist ebenfalls derart perfekt eingebunden, dass sie auch nicht auffällt. Ein ausserirdischer Wein, der mindestens noch 15 Jahren Reife braucht. Unendlicher Abgang. 19.5/20.
Säuregehalt: 6.4 g/l, Trockenextrakt: 49.9 g/l, Zuckerrestgehalt: 6.1 g/l. Nach langem Schwenken entwickelt sich die Komplexität im Gaumen und gewinnt Kaffee- bzw. Mokkanoten dazu.

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