Weingut O, Olaf Schneider, Riesling Sekt Bachrauschen 2011

Insgesamt 608 Flaschen dieses Sekts wurden abgefüllt, Null Dosage und erstaunliche Fruchtsüsse dafür, dass keine Dosage eingesetzt wurde!

weingutoKlares, im Licht glänzendes, helles Goldgelb mit feinen, lindengrünen Anklängen.

Schöne, kräftige, im Glas gleichmässig aufsteigende, mittelgrosse Perlage.
Sehr mineralisches, zugleich aber auch floral-fruchtiges Bouquet. Die Sinneseindrücke wechseln rasch hintereinander. Rieslingtypische Frucht (reife Granny Smith Äpfel und reife Papaya), gelbe und rote Blüten, erinnert mich irgendwie an Rosenduft, fast parfümiert wirkend. Das Aromaspektrum wird ergänzt durch Blütenhonig und rauchigen Anklängen von Feuerstein. Ich habe es bei einem Wein resp. Sekt selten erlebt, dass sich die olfaktorischen Sinneseindrücke so rasch abwechseln, ohne je plump zu wirken oder sich gegenseitig über resp. zu verdecken.

Am Gaumen für einen Brut sehr fruchtsüss (es handelt sich hier aber nicht etwa um einen demi-sec oder einen trockenen oder gar extra-trockenen Sekt laut Flaschenetikette!). Aufgrund der komplexen Struktur am Gaumen gehe ich von einer längeren, traditionellen Flaschengärung von über einem Jahr aus. Zudem habe ich das Kostmuster mit Jahrgang 2011 auch erst kürzlich erhalten
Die mineralischen Komponenten übernehmen nach dem ersten fruchtsüss-floralen Auftakt die Regie und verdrängen die Fruchtsüsse. Zusammen mit der anfänglich noch recht dominierenden Kohlensäure ergibt dies eine wunderschöne Gesamtstruktur. Auf den zweiten Schluck zeigt sich dann eine feine, salzige Mineralik, welche zunächst noch von der Kohlensäure verdeckt wurde. Diese feine, salzige Mineralität wird optimal ergänzt durch die immer noch kompakt auftretende Frucht dieses Sektes.

Es dürfte ausserdem einer weiteren Reifung und Entwicklung nichts im Wege stehen. Ich muss aber gestehen, dass ich bei Jahrgangssekt und Jahrgangschampagner noch keine allzu grosse Erfahrung besitze, was die Reifung in der Flasche bei Lagerung im eigenen Weinkeller betrifft.
Ein sehr intensiver und langanhaltender Abgang rundet das Bild wunderschön ab. Ein Sekt mit Suchtpotential, der sich mit manchem Erzeugnis bekannter Champagnerhäuser ohne Probleme messen und diese auch übertreffen kann. 17.5/20

Bezugsquellen: http://www.bona-aestimare.ch/, http://www.cave-des-anges.ch/ oder in Deutschland direkt ab Hof.

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