Olivier Bernstein, Mas de la Dévèze, Département 66, Pyrénées-Orientales

Vor gut 12 Jahren gründete Olivier Bernstein, ein ehemaliger Spezialist für Zugtechnologie, als Quereinsteigen mit seiner Frau Anne-Lise ein Weingut im Roussillon: Mas de la Dévèze. Damit begann er seine zweite Karriere als Winzer. Mit grossem Einsatz begannen Sie das Weingut aufzubauen und erzeugten mit dem Jahrgang 2003 die ersten Weine.

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(c) Mas de la Devèze

Das karge, kalk- schiefer- und mergelhaltige Terroir liegt zwischen Maury und Tautavel, nördlich von Perpignan. Es liegt am Fuss der Corbières, in der Nähe der berühm- ten Katharer Burg Quéribus. Die Umgebung ist sehr wild und relativ trocken

roussillonHier in der südlichsten Region Frankreichs dürfen in der Côtes du Roussillon nur Rotweine vinifiziert werden. Der Ertrag ist vorgeschrieben auf 45 hl/ha ( das langjährige Mittel liegt jedoch bei niedrigen 38 hl/ha), und der Rebsorten-spiegel begrenzt sich auf Syrah, Mourvédre, Carignan Grenache, Cinsault, sowie die alten katalanischen Rebsorten Liedoner pelut und Macabeu. Die Rotweine müssen aus mindestens drei Rebsorten assembliert werden, wobei die Hauptrebsorte Carignan nicht mehr als 60 % betragen darf.

devezed66Mas de la Dévèze „66“
Côtes du Roussillon Village, 2006
(70% Grenache, 20 % Syrah, 10% Carignan)
Im Glas ist dunkles Granat mit einem feinen Bouquet nach Kirschen und schwarzen Johannisbeeren mit Noten nach Leder, Tabak und Schokolade spürbar. Der Wein ist gut strukturiert, mit der typischen würzigen Note nach Garrigue-Kräutern, wie z.B. Rosmarin, etwas Thymian und Lorbeer. Mit einen entsprechenden „mouthfeeling“, eine stoffige, kräftige Textur mit gut eingebunden Tanninen, und ein geschmeidiger, füllender Abgang.
Der Wein wurde im Stahltank ausgebaut.
Zwei Wochen später wurde eine zweite Flasche geöffnet, Dieser Wein wurde am Schluss einer Reihe von Burgundern verkostet und sehr kontrovers beurteilt. Wiederum dieses dunkle Granat. In der Nase reichte das Spektrum jedoch von überwürzt, Noten nach Maggikraut, etwas Soja, fleischig, bis stark extrahiert. Ein Fehlton wurde nicht festgestellt, es war ein korrekter Wein, jedoch kein Glanzlicht.

Angesichts dieser zwei differenten Beurteilungen kann man fast von verschieden Weinen sprechen. Dies widerspiegelt sich auch in der Breite der Benotung des Weins. Diese Wahrnehmung der zwei unterschiedlichen Flaschen wirft auch für den Autor die Frage nach der Lagerfähigkeit auf, hier wird ein Restrisiko bestehen bleiben. Der Wein präsentierte sich nicht als die Konstante, die er eigentlich sein sollte.
15 – 16.5 / 20 trinken

Olivier Bernstein hat das Weingut 2012 weitergegeben und konzentriert sich auf die Realisation seiner Träume, begehrte und bekannte Burgunderweine zu vinifizieren. Lesen Sie in hierzu unseren Bericht über Olivier Bernstein.

Dieser „66“ von Olivier und Anne-Lise Bernstein wird in Erinnerung bleiben. Auch dank der kontroversen Diskussion, die er ausgelöst hat. Er wird zu einem Bruchteil des Preises seiner Burgunderweine angeboten und hat in diesem Sinne ein korrektes Preis-/Leistungsverhältnis.

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