Alenza Gran Reserva 2003

Alejandro Fernández, der Gründer der Bodega Pesquera war nie dafür bekannt, seine Weine zu horrenden Tarifen zu vermarkten. So ist es auch mit dem Alenza, dem besten Erzeugnis seiner Bodega Condado de Haza. Der Name Alenza ist eine Kombination von“ALEjandro” Fernandez und “EsperaNZA”,  der Frau des Winzers.


alenzaSehr dunkle, inspirierende Farbe mit schwarzem  Kern. Schöne, komplexe Nase, welche sich mit der Zeit sehr vorteilhaft entwickelt. Absichtlich in drei Stadien verkostet, um die Entwicklung zu überwachen. Eine Stunde im Voraus dekantieren. Dichtes und relativ tiefsinniges, leicht süssliches Bouquet mit vielen Dörrfrüchten, Datteln von Bam, etwas eingelegte Pflaumen, Schwarze  Schokolade, schwarze

Oliven, etwas Rauchtöne, schwarze Kirschen, eingemachte, rote Beeren. Einfach einladend und vielversprechend. Dieser Alenza 2003 scheint die Schwierigkeiten des Jahrgangs wunderbar überstanden zu haben. Der Gaumen ist samtig, dicht und wiederum leicht süsslich. Generöse Frucht und stützende Säure. Druckvolle Zusammenstellung, mittlere Komplexität, viel Geschmack und Genuss, wiederum diese köstlichen Aromen, insbesondere von  saftigen, schwarzen Kirschen. Das Holz ist trotz der 30 Monate Ausbau in französischen und amerikanischen Barriques perfekt eingebunden. Sehr langer Abgang. Ein klassischer, charaktervoller Ribera, welchen man gerne einlagert. 19/20.

pesqueraÜber den Winzer
Alejandro Fernández wartete nicht auf den Tod des Generals Franco am 20. November 1975, denn 1974, als er 42 Jahre alt wurde gründete er offiziell seine Bodega in Pesquera. Ein bis zu diesem Zeitpunkt unbekanntes Dorf am Ufer des Duero. Dies, obwohl der spanische Diktator ganz klare und extrem einseitige Vorstellungen des spanischen Weinbaus hatte. Die Landwirtschaft war genauso effizient wie bei den Kolchosen organisiert… Wein durfte ausschliesslich in gewissen Regionen erzeugt werden,…

Für die Geschichtsliebhaber wurde die Bodega Pesquera eigentlich bereits schon im XVI. Jahrhundert gegründet. 1972 kaufte er zusammen mit seiner Frau Esperanza diese Bodega, welche über ein eigenes Lager- und Presshaus verfügte. Die Weinberge liegen in einer Höhe zwischen 500 und 800 M.ü.M. Bereits als Kind habe Alejandro Fernandez davon geträumt, später sein eigenes Weingut zu leiten. Mit 13 musste er allein seinen eigenen Weg im Leben vorzeichnen, lernte dann das Handwerk der Kunsttischlerei und verkaufte anschliessend Landmaschinen, welche er auch selber herstellte. .. 1975 war der erste Jahrgang des Pesquera. 1982, erhielt dieser Wein seinen ersten enormen Erfolg.

Der Weinbaustil von A. Fernández
1982 begann Alejandro Fernandez, die Gärung ausschliesslich mit entrappten Trauben durchzuführen, welche während 12 bis 20 Tagen bei einer Temperatur von ca. 28°C in modernen Stahltanks vergoren wurden. Diese Technik wird heute immer noch angewandt. Anschliessend wird der junge Wein in Eichenfässern ausgebaut.

Diese Fässer, Barricas in Spanisch, sind eine ausgeklügelte Kombination aus franzö-sischem, spanischem und amerikanischem Eichenholz, die von den besten Küfern Spaniens hergestellt werden. Der reinsortige Tempranillo wird im ersten Jahr sechsmal, im zweiten Jahr viermal in andere Fässer umgezogen. 1982 erteilte Robert Parker dem Pesquera nicht weniger als 98/100 und bezeichnete ihn als „Der Pétrus aus Spanien“.

 Nicht zuletzt deshalb wurde das Anbaugebiet der Ribera del Duero 1982 zur D.O. erkoren. Zu diesem Zeitpunkt umfasste sie allerdings nur drei Weingüter: Pesquera, die 1927 gegründeten Bodegas Protos und, selbstverständlich, Vega Sicilia.

alejairenPesquera und die anderen Eigentümer von A. Fernández
Das Weingut von Alejandro Fernandez erstreckt sich heute auf 70ha über das ganze Gebiet des Ribera del Duero, die produzierten Weine sind der Tinto Pesquera (der Holzausbau dauert mindestens 18 Monate lang), der Reserva und der Gran Reserva (beide 24 Monate im Holz) sowie der Gran Reserva Janus (24 bis 48 Monate im Holz). Der bekannte Condado de Haza, der Dehesa la Granja (In Zamora, neben dem Toro-Gebiet) sowie El Vinculo (In Ciudad Real, la Mancha) gehören ebenfalls Alejandro Fernandez. 35 Jahre nach dem ersten Pesquera Jahrgang bleibt Alejandro Fernandez eine emblematische und unbestrittene Figur des spanischen Weinbaus. Es ist also umso erfreulicher, dass der Pesquera preislich nie absurde, stratosphärische Höhen erreicht hat.

 

Condado de Haza
Mitten in den 1980ern entdeckt Alejandro Fernández einen Hügel in angrenzender Nähe der Gemeine von Haja, neben dem Douro, wo noch kein Weingut  steht. 1989 pflanzt er schliesslich Rebstöcke auf 80ha  an. Heute erstreckt sich das Weingut auf etwa 250ha. Ausschliesslich Tempranillo wird bebaut. Der erste Jahrgang Condado de Haza, allerdings in geringer Menge, war 1993. Erst mit dem nächsten Jahrgang wurde die gesamte Ernte vinifiziert und abgefüllt. 1995 wurde das Projekt von Alejandro Fernández vervollständigt. Insgesamt werden drei Weine produziert, wobei der Alenza nur in grossartigen Jahrgängen ausgebaut wird. Der erste Jahrgang war 1995. 1996, 1999, 2001 und 2003 wurden ebenfalls vermarktet.

Der Alenza 2003 ist in der Schweiz bei Mövenpick für CHF 56.- erhältlich.

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