Vincent Girardin, Puligny-Montrachet Vieilles Vignes 2004

Man muss diesen Wein verkosten, um sich eines klar zu machen: Das Niveau der Weine von Vincent Girardin, sei es die Domaine oder das Handelshaus, hat seit vielen Jahren ein hohes Niveau erreicht.

Das Weingut
girardin1980 war Vincent Giradin erst 19 Jahre alt, als er zwei Hektaren von seinen Eltern erbte. Neugierig und perfektionistisch wie er war, entschied er sich zunächst, alle Methoden und Technologien zu probieren, welche damals zum Alltag eines Winzers gehörten. Wir erinnern uns daran, dass die Burgunder Weissweine einen stolzen Ruf weltweit hatten und, dass die vorzeitigen Oxydierungsprobleme noch nicht so verbreitet waren wie eine Dekade später. In dieser Phase und bis am Anfang der 2000er erwarb Vincent Girardin eine beeindruckende Erfahrung. Die Qualität der Weine wurde rasch anerkannt, die Vermarktung lief optimal und das Weingut konnte entscheidend vergrössert werden. Die Leidenschaft von Vincent Giradin hat immer den ganz grossen Weissweinen und den Rotweinen der Côte de Beaune gegolten. Da seine präzisen und besonders reintönigen Weine auf einen stets wachsenden Erfolg stiessen, entwickelte das junge Talent eine rege Handelstätigkeit.

Im Jahr 2000 begann Eric Germain seine Tätigkeit als Önologe auf dem Weingut. Strategische Entscheidungen wie z.B. diejenige, sich auf die allerbesten Terroirs zu konzentrieren, wurden getroffen. Seit 2002 wird die Hefe während der Gärung nicht mehr  untergestossen. 2003 zog die Domaine von Santenay nach Les Champs Lins in Meursault. 2005 wurden die Weine dieses aussergewöhnlichen Jahrgangs u.a. durch Allen Meadows, Gründer von Burghound, und Stephen Tanzer, International Wine Cellarsehr hoch bewertet. 2007 erweiterte sich die Domaine im Maconnais, wo grossartige Weine deutlich mehr Aufmerksamkeit als bisher verdienen. 2010 übernahm Hr. Jean Pierre Nié, Präsident der in Beaune angesiedelten Compagnie des Vins d’Autrefois, das Weingut für 35 Millionen Euros. Vincent Girardin hat zwar seine Weinberge behalten, ist allerdings nicht mehr der Besitzer der gleichnamigen Marke. Das kleine und sehr sympathisce Team bleibt genau das gleiche und steht unter der technischen Leitung von Eric Germain.

Die Weine und der Stil
Die Domaine hält die Richtlinien der nachhaltigen Landwirtschaft ein. Fünf Grands Crus, 25 Premiers Crus und 16 Villages werden in neun Gemeinden produziert: Chassagne Montrachet , Meursault, Puligny Montrachet, Saint Aubin, Santenay, Savigny Les Beaune, Aloxe Corton, Volnay et Pommard.

Weit über den angewandten Weinbautechniken wird sich der Weinliebhaber durch den Stil der Erzeugnisse der Domaine richtig begeistern lassen. Sei es ein Weisswein oder ein roter Wein, es werden die Präzision und die Ausgefeiltheit der Produktion der Domaine immer sehr positiv auffallen. Was wiederum nicht verhindert, dass die Weine des Jahrgangs 2005 viel Fett und Schmelz aufweisen.

girardinvv2004Der Puligny-Montrachet Vieilles Vignes 2004
Vielleicht war es mutig, zehn Jahre lang diese Flasche zu lagern. Doch erwies sich die Entscheidung als  wichtig. Kein Winzer hat im Verlauf der Jahre so gegen die negativen Einflüsse der Oxydierung gekämpft wie Vincent Girardin. Die Nase hat sich vorteilhaft entwickelt und bietet eine subtile Komplexität. Man wagt es nicht zu sagen, aber dieser Wein verbindet wunderschön seine Mineralität mit feinen, ausgewogenen Düften gelber Früchte. Natürlich nicht auf dem Niveau eines Grand Crus, aber niemand erwartet es von einem Puligny. Die Komplexität ergibt sich aus der Vielfalt der Lagen, wo sich die ca. 50jährigen Rebstöcke, deren Trauben in die Cuvee verwendet werden, befinden. Alle sind in angrenzender Nähe von Meursault, was somit auch einiges erklärt. Sie verleihen dem Wein ganz klar verschiedene Eigenschaften. Die Nase wirkt trocken, was sich auch im fülligen, fetten Gaumen bestätigt. Die ausgefeilte Struktur findet ihren Ausgleich in der noch präsenten, doch schön eingebundenen Säure. Drei Tage später herrscht immer noch die Säure ausgereifter Zitronen vor, wobei diese Frische und Knackigkeit liefert. Es gibt etwas zu knabbern in diesem Wein, was drei Tage zuvor nicht so klar war. Der Gaumen schmeckt nach weissen und gelben Früchten, etwas Dörrfrüchte lassen sich auch erkennen. Der Abgang liefert schliesslich eine delikate Salzigkeit, was drei Tage später bekräftigt wird. Wir sind irgendwo zwischen privilegierten Chablis- und Meursault-Lagen. Ein klarer, doch nicht sonderlich anspruchsvoller Erfolg. 17/20.

Die Weine von Vincent Girardin sind in der Schweiz u.a. bei Gazzar, des vins d’origine, und Mövenpick erhältlich.

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