Dr. Loosen Riesling Auslese Erdener Treppchen 2012

Wir bewerten den Riesling Auslese Erdener Treppchen 2012 vom Dr. Loosen.

loosen2012Sehr helle, im Licht glänzende, goldgelbe Farbe mit sehr feinen, limettengrünen Anklängen.

Wow! Was für eine Fruchtbombe. Dicht und intensiv, trotzdem nicht klebrig-süss oder belanglos.
Im Gegenteil. Das ist vielschichtig, dicht, mineralisch und verwoben, so dass die einzelnen Komponenten nur sehr schwer differenzierbar sind. Die Riesling- typischen Aromen beginnen sich nun, aber nur langsam, im Glas zu entwickeln. Nebst einer intensiven Schiefernase hat es auch Weingarten-pfirsich im Quadrat. Dann sind da noch wunders-chöne, florale Elemente vorhanden. Die exotische Fruchtsüsse oder aber auch die Zitrusfrüchte stehen für einmal im Hintergrund. Ich bin mir aber fast sicher, dass wir diese Aromakomponenten des Rieslings später (wenn der Wein etwas wärmer geworden ist) im Aromaspektrum dieses Weines durchaus noch stärker wahrnehmen werden. Auch kommt mit der steigenden Temperatur nun eine medizinal-salzige (Jod) Geruchskomponente ins Spiel. Diese wechselt sich mit der floralen Komponente fast spielerisch ab.

Am Gaumen explodiert eine geballte Ladung von Sinneseindrücken. Da ist zum einen die fein ziselierte aber trotzdem kräftige Säure, welche vom Extrakt und der natürlichen Restsüsse dieses Weines wunderschön ergänzt und im Gleichgewicht gehalten wird. Mmmh… Nun sind da feine, sehr reife Williams Birnen und etwas Honig. Das macht Spass und Trinkfreude! Im langen, fast unendlichen Nachhall kommt es mir fast so vor, wie wenn ich eben ein Stück Tarte Tatin à ma facon gegessen hätte (Rezept am Schluss dieser Bewertung). Nebst diesem Sinneseindruck machen sich mit der steigenden Temperatur am Gaumen auch die mineralischen Komponenten mehr und mehr bemerkbar. Das beginnt beim Schiefer und führt über die salzig-jodige Komponente welche fein prickelt und unendlich lange anhält.

Nun, was die Zitrusfrucht oder die exotische Frucht betrifft, so sind diese im Moment nicht so stark wahrnehmbar wie ich zu Beginn vermutet habe. Aber da dieser Wein sehr vielschichtig und die Aromastruktur sehr engmaschig gewoben ist, hat a) der Wein ein grosses Entwicklungspotential und b) kann ich mir sehr gut vorstellen, dass sich das Bild bei einer späteren Verkostung ganz anders präsentieren wird. 18/20.

Zurück

Print Friendly, PDF & Email

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.