Domaine Leflaive Bâtard-Montrachet 2013

Anne Leflaive… La Grande Dame des Burgunds… Bâtard-Montrachet… Ihr Bâtard… 1.91ha…
Achtung: vorhersehbar gesuchter Wein!

leflaiveDer Weinberg des seltenen Bâtard-Montrachet, der seit 1997 vollum-fänglich biodynamisch geführten Domaine von Anne-Claude Leflaive befindet sich auf beiden Gemeinden von Chassagne-Montrachet und Puligny-Montrachet. In Chassagne erstrecken sich zwei Parzellen auf 7 resp. 9 „Ouvrées“. Diese wurden 1974 resp. 1989 angepflanzt. In Puligny erstrecken sich beide Parzellen auf 8 und 21 „Ouvrées“. Diese wurden 1979 resp. 1962 und 1964 (je zur Hälfte) angepflanzt. Ein „Ouvrées“ entspricht der Rebfläche, welche ein Weinbergarbeiter innerhalb von einem Tag manuell bearbeiten kann, also 428m2. Umgerechnet besitzt die Domaine also 1.91ha in der prestigeträchtigen Appellation.

Patrick Essa, Mitbesitzer der Domaine Buisson Charles, spricht von „Rätseln des Jahrgangs 2013“, wenn er über die Wetterbedingungen, welche ihn das ganze Jahr begleitet haben, gefragt wird. Wie können zwei Rebsorten, welche nicht gerade für ihre Anpassungsfähigkeit bekannt sind, solche Trauben wie im 2013 produziert haben? Ganz klar wurden die Gemeinden von Chassagne- und von Puligny-Montrachet nicht mit der gleichen Gewalt wie z.B. Savigny-lès-Beaune getroffen. Doch wurden die obersten Hänge durch Coulure (Verrieselung) und Millerandage (Kleinbeerigkeit) befallen. Was die Domaine Leflaive erneut nicht hinderte, ganz grosse Weine zu erzeugen.

fetedesvinsWir haben am 16. November 2013 diese Weine im Rahmen des „Fête des Grands Vins de Bourgogne“, welches in Beaune stattfand, verkostet. Die Gegenüberstellung mit einerseits dem Puligny-Montrachet Clavoillon 1er Cru 2013 der Domaine Leflaive und andererseits dem Bâtard-Montrachet 2013 von Etienne Sauzet erwies sich als besonders lehrreich  beim gleichen Jahrgang. Somit setzte sich der Chevalier-Montrachet ebenfalls 2013 „Clos des Chevaliers“ Monopollage von Jean Chartron als eine Art „Free Lunch“ durch.  Ja, tatsächlich: Wenn die Angelsachsen davon überzeugt sind, dass es keinen „free Lunch“ in unserer Gesellschaft gäbe, irren sie sich aber  gewaltig. An diesem Samstagvormittag war es tatsächlich möglich, diese vier ausserordentlichen Weine zu verkosten. Wir fokussieren uns hier auf den Bâtard von Anne-Claude Leflaive.

 

batardleflaive13Bâtard-Montrachet 2013
Fettes Bouquet mit klaren Zitronennoten, wachsende Komplexität mit etwas Holz, Heu und gelben Blumen. Wirkt aktuell üppig und noch nicht besonders ausgefeilt. Wir sind weit weg von der in diesem Stadium bereits extremen Präzision des Bâtard von Sauzet, doch begeistert dieser Wein auch, weil er seine natürliche Kompliziertheit der ersten Monate und Jahre bestätigt. Es gibt eine Breite und eine Tiefe in diesem Bouquet, welche auf das Beste hoffen  lässt. Das Ganze wirkt erstaunlich reif und frisch. Der Körper ist selbstverständlich noch sehr jung und man kann sich auf die Verkostung von Gerstl Weinselektionen, welche im Juni 2015 stattfinden wird freuen. Das Volumen ist ganz klar vorhanden, ohne jedoch so überschwänglich wie beim Clavoillon zu werden. Fett, Schmelz und Vollmundigkeit werden sich während des Ausbaus weiter entwickeln. Es gibt eine Klasse, welche hingegen nur beim Sauzet wieder zu finden ist. Dieser Wein liefert bis zum Abgang ein riesiges Versprechen und die Bewertung könnte sehr hoch  werden.

 

Die Weine der Domaine Leflaive  sind in der Schweiz u.a. bei Gerstl Weinselektionen, Granchateaux sowie bei der Vinothek im Park  und in Deutschland bei verschiedenen Händlern erhältlich. Der Bâtard-Montrachet 2013 wird im Verlauf des Jahres 2015 vermarktet.

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