Pintia 2009

Die 1987 gegründete, 5‘800ha grosse D.O. Toro, welches zwischen den Provinzen Zamora und Valladolid gelegen ist, liess vor etwa  5 bis 10 Jahren viele Weinliebhaber auf eine schöne Zukunft hoffen. Insgesamt zählt die D.O. 48 Weingüter, wobei vor allem Telmo Rodriguez (mit Gago), Numanthia (deren Muttergesellschaft LVMH ist) und Pintia (Eigentum von Vega Sicilia) auf einer soliden Renommee beruhen.

Wetter & Rebsorten
Die D.O. Toro ist aufgrund ihrer rauhen Wetterbedingungen mit besonders warmen Sommern und kalten Wintern bekannt. Die Regengüsse sind auch selten. Die Verbindung dieser Rahmenbedingungen und der spezifischen Geologie (Schwemmland – Duerotal) führt zur Entstehung dicker und saftiger Trauben. So gelten die Rotweine auch als die schwersten und kräftigsten im ganzen Land. Die meist verbreiteten Rebsorten sind Tinta de Toro (eine Verwandte des Tempranillo) und Garnacha Tinta für die Rotweine sowie Verdejo und Malvasia für die Weissweine. Die Rotweine müssen mindestens 75% Tinta de Toro enthalten.Die offizielle Website Viños de España gibt folgendes an:

Die Frucht ist von mittlerer Grösse und damit etwas kleiner mit einer dickeren Schale als die Beere ihrer berühmten Verwandten. Ihre Farbe ist blauschwarz. Das Fruchtfleisch weist kleine rote Venen auf. Extrakt- und Tanningehalt der Beeren sind extrem hoch. Die Weine duften kräftig nach Brombeeren und reifen Kirschen. Der Säuregehalt ist in der Regel niedriger als der der Tempranillo. Über die Hälfte aller Tinto de Toro-Reben stehen auf wurzelechten Rebstöcken.

pintia1Der Wein
Pintia ist das Projekt von Vega Sicilia in der D.O. Toro. Bereits 1997 wurden erste Parzellen gekauft, wobei Pablo Alvarez, der Geschäftsleiter, und Xavier Ausas, der Winzer, von Anfang an wussten, was für einen Wein sie produzieren wollten. Die Rebfläche erreicht heute 107ha, wobei ausschliesslich Tinta de Toro angebaut wird. Die Reben sind 100 Jahre alt und wurzelecht.
Der erste auf dem Markt verfügbare Jahrgang war 2001. Sofort haben die Weine durch ihre ausserordentliche Kraft und zugleich Balance überzeugt. Seitdem ist der Erfolg  ungebrochen.

pintia2Der Jahrgang 2009
Der Wein bietet zunächst eine komplexe, vielschichtige und tiefe Nase, welche sofort die Herkunft des Erzeugnisses verrät. Kräftig und konzentriert, modern ausgebaut und harmonisch, ein volles Muskelpaket offenbart sich da. Überschwängliche schwarze Beeren (Johannis- beeren, Maulbeeren, Waldbeeren) sowie empyreu-matische Komponenten (getoastetes Brot und etwas Teer) bilden die primäre Nase. Im Hintergrund fallen eine tolle Würzigkeit (Nelken), aber auch trockene Kräuter sehr positiv auf. Diese Nase mag zwar besonders fruchtig und generös sein, wirkt aber auch schön frisch. Im Gaumen bestätigt sich das Ganze, ohne jedoch zwangsläufig so demonstrativ wie frühere Jahrgänge zu sein. Wir begegnen da wohl eher einem raffinierten Pintia mit feingliedrigen, doch eindrücklichen Tanninen. Einer guten, schön eingebundenen Säure (kaum wahrnehmbar) und einer schönen, ausgewogenen Frucht (saftige, schwarze Kirschen). Diese beruht allerdings auf einer klar erkennbaren Mineralik, welche etwas Frische liefert. Der Extrakt ist konsequent für das Gebiet, Liebhaber filigraner Weine werden diesen Pintia nicht schätzen. Der Abgang ist wiederum kräftig, breit, lang und hinterlässt die besten Voraussetzungen für eine sehr anständige Lagerfähigkeit. 18/20.

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