Oremus Tokaj Dry Furmint Mandolas 2005

Oremus gehört Vega Sicilia und produziert einige der schönsten Tokajer. Der spannende Furmint Mandolas ist der trockene Wein von Oremus.

Klares, im Licht glänzendes, intensives Goldgelb.
Laktische Noten nach Milchpulver und Milchschokolade war mein erster Eindruck, der mir nach dem Einschenken durch die Nase vermittelt wurde. Neues Holz aus ungarischer Eiche, wenig getoastet. Das braucht etwas Zeit. Warten wir einmal ab, ob da noch was kommt oder, ob dieser Wein seinen optimalen Reifezeitpunkt bereits überschritten hat. Die Rebsorte Furmint ist nicht gerade für eine üppige Fruchtigkeit bekannt. Langsam, aber sicher öffnet sich das Bouquet. Die Reifenoten von Stroh und etwas Firnis, welche nach dem Einschenken noch vorhanden waren, sind nun nach ca. 10 Minuten weitgehend verschwunden. Stattdessen öffnet sich das Bouquet. Der Wein zeigt Frische und Frucht nach reifen Äpfeln wie Golden Delicious, etwas Birne und Quitte und auch Fruchtsüsse mit dezenten Honignoten, Das Ganze ist gut balanciert und wird mit etwas rauchigen Anklängen schön ergänzt.
Am Gaumen ist das Holz noch deutlich im Vordergrund. Die saftige Säure, ergänzt durch eine leichte salzige, mineralische Komponente, sorgt aber dafür, dass dieser Gaumen nicht eindimensional, holzig bleibt. Im Abgang und in der Retronasalen zeigen sich dann Frucht sowie die rauchigen und die mineralischen Elemente (Feuerstein oder sind dies etwa Einflüsse auf Vulkangestein basierenden Böden?) schön.
Irgendwie habe ich den Eindruck, dass bei diesem Wein das Holz eine zu dominante Rolle spielt. Ich habe diesen Wein schon mehrere Male verkostet und noch jedes Mal, bei jedem Jahrgang, in jedem Reifestadium, hatte ich diesen Eindruck. Schade! Der Wein an und für sich ist ein sehr schöner Essensbegleiter. Er eignet sich weniger dazu, solo getrunken zu werden, wobei er, von der Struktur / Balance her beurteilt sehr gut gemacht ist. Ob dieser dominante Holzeinsatz nun sein muss, soll jeder Konsument schliesslich für sich selbst beurteilen. Was ich auch feststellen konnte, betrifft die optimale Trinktemperatur. Dieser Wein soll in etwa die Trinktemperatur eines Rotweines haben. Wenn dieser mit einer zu tiefen Temperatur genossen wird, führt dies zu einem deutlich reduzierten Trinkgenuss. 17/20.

Nachtrag
Ich öffnete die nur mit einem Kork verschlossene, im Kühlschrank aufbewahrte, 50cl. Flasche nach fast zwei Wochen erneut. Es befinden sich noch ca. 20% Inhalt darin. Gerade genügend für ein gut gefülltes Glas. Der Wein hat sich während zehn Tagen schön entwickelt, die Frucht ist nun deutlich besser eingebunden und die laktischen Einflüsse vom neuen ungarischen Holz sind weitgehendst verschwunden. Nun sind Aprikose, saftige, reife Quitte und etwas Apfel vorhanden. Auch am Gaumen hat sich einiges getan. Die schöne, saftige Säure wird gut ergänzt durch die feinen, mineralischen Einflüsse (Salzigkeit), welche dem Wein eine zusätzliche Dimension verleihen. Es lohnt sich also doch, diesen Wein etwas reifen zu lassen. Allerdings bin ich nach wie vor etwas enttäuscht, da ich andere, trocken ausgebaute Furmint Weine kenne, welche zugänglicher und nicht erst nach einer langen Reifephase (hier 7 Jahre auf der Flasche) schön zu trinken sind. Ich bleibe bei meiner Bewertung 17/20.

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