Burgunder 2013: Quo Vadis, oder Wohin nun?

Selbstverständlich werden die Winzerinnen und Winzer des nördlichen Teils der Côte de Beaune den brutalen Hagelsturm vom 23. Juli 2013 nicht schnell vergessen können. Hatte dieses Untwetter aber einen massgebenden Einfluss auf den Jahrgang, und wie präsentiert sich dieser zum aktuellen Zeitpunkt?

Naturkatastrophe…
orages volnayBeaune und Savigny-lès-Beaune sind am 23. Juli 2013, um es so auszudrücken, „unter langen Hagelschauern verschwunden“ und die Feuerwehr musste rund 40 Mal intervenieren, um das Wasser aus den überschwemmten Kellern abzupumpen. Meursault, Pommard (bis zu 90% Schaden), Volnay (bis 70% Schaden) und Ladoy-Sérigny
(eine der drei Gemeinden der AOC Corton und Corton-Charlemagne) sind auch nicht gerade verschont geblieben. Nicolas Rossignol, vom gleichnamigen, in Volnay angesie-delten Weingut, war der erste der auf Facebook und gegenüber der Presse, die Schäden bekannt gab. Etwa 50% seines Weinbergs seien vernichtet worden. Insgesamt wurden 350ha, zwischen 10 und 90%, ernsthaft geschädigt. Diese Fläche entspricht allerdings lediglich 4.5% der Gesamtfläche des Burgunder Anbaugebiets, was doch die Tragweite dieser Naturkatastrophe relativiert.

Vorhersehbare gute Ernte
Hingegen stimmt es, dass die Wetterentwicklungen der letzten Monate dazu geführt haben, dass die Ernte, nicht wie mit dem besonders vielversprechenden Jahrgang 2012 ab Mitte September, sondern frühestens anfang Oktober stattfinden wird. Oder anders gesagt, viel später als in den letzten Jahren. Hervorzuheben ist allerdings, dass es seit 2007 keine Stichdatum für das „Ban des vendanges“ (offizieller Start der Ernte) im Burgund gibt. Im September 1210 hatte der Herzog von Burgund, Eudes III, sich das Recht genommen, dieses Datum festzulegen.

Was die Qualität anbelangt, ist es selbstverständlich noch viel zu früh, um eine seriöse Schlussfolgerung ziehen zu können. Doch ist bereits heute sicher, dass die Ernte, genauso wie 2010 und 2012, gering sein wird. Die Erträge wurden durch die späte Blüte (wegen des feuchten und kühlen Wetters) herabgesetzt. Eigentlich eine sehr gute Nachricht, da die Trauben so eine bessere Reife erreichen konnten. Zum aktuellen Zeitpunkt sind sich die Winzer ebenfalls einig, dass die Trauben nicht nur sehr schön, sondern auch gesund sein werden. Dies dank dem besonders sonnigen Sommers.

Wir werden Mitte November 2013 die verschiedenen Cuvées der Hospices de Beaune verkosten und uns selber ein erstes Bild machen können.

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