Messorio 2009

„Spieglein, Spiegelein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Es wird immer Leute geben welche sich zu fragen ob Messorio und Masseto der grösste Wein in ganz Italien ist. Es wird auch Leute geben, die sich fragen, ob 2009 besser als 2006, 2004 und 1999 besser ist… What the hell!

Denn wer grosse Weine liebt wird sich sowieso auf den ersten Blick in den grandiosen Messorio 2009 verlieben. Im Rahmen der dreitägigen Concerto Veranstaltung von Caratello im Dolder Grand war es anfangs September 2013 möglich, die Jahrgänge 2008 und 2009 des unschlagbaren Prestigeweins von Cinzia Merli, Inhaberin der im Anbaugebiet Bolgheri angesiedelten Azienda Le Macchiole, zu verkosten. Wir bewerten den Jahrgang 2009 auf den nächsten Zeilen und verweisen auf unseren Bericht „Messorio 1998-2008“ für die anderen Jahrgänge.

Sehr dunkle, undurchdringliche, aber auch glänzende Farbe mit violetten Reflexen. Wow diese fabelhafte, äusserst präzise Nase! Streng genommen könnte man sagen, dass diese Präzision viele Weinliebhaber überfordern wird. Es ist wie ein 5‘000 Stück-Puzzle, in welchem jede einzelne Komponente unersetzlich ist. Genauso wie der Masseto oft eine aromatische Fassade bietet, zeigt sich der Messorio 2009 extrem tief. Schwarze Beeren in Hülle und Fülle, eingelegte Brombeeren, Waldbeeren, Himbeeren, eine verführerische Schokolade wie nach einem „Conchage“-Verfahren im Hintergrund und Würze, vielleicht Pfeffer. Man befasst sich lange mit diesem brachialen Bouquet um jede Facette zu entdecken und zu meistern. Der Gaumen bestätigt diese ersten Eindrücke. Es gibt eine ungeahnte Kraft, eine beeindruckende Geometrie in diesem Wein. Nichts wird dem Zufall überlassen und der perfekt ausgereifte Merlot besticht. Das Tannin ist kompakt, der Extrakt bestimmt beeindruckend, alles wirkt aber auch besonders feingliedrig. Die Säure und die Mineralik wirken wie zusätzliche Luxuskomponenten, ohne welche der Messorio 2009 doch nicht so gross wäre. Der Abgang dauert und animiert, sich ein weiteres Glas einzuschenken. Nach einer Woche hatte dieses starke Erzeugnis nichts an Komplexität, nichts an Frische und nichts an Trinkspass verloren. Darum 19/20.

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