Chateau Lafon 1966 vs. Tsiakkas Koumandaria 2008

Eine mutige Gegenüberstellung war das, als am Ende der Verkostung mit sechs Jahrgängen Mouton-Rothschild und dem Stag’s Leap Cask 23 1991 zwei Flaschen Süsswein entkorkt wurden.

Der Erste geniesst seine unmittelbare Nähe zum Chateau Yquem (eigentlich befindet sich der Weinberg vom Chateau Lafon mitten in demjenigen vom Chateau d’Yquem), grosse Sauternes-Jahrgänge (z.B. 2007 und 2010) können auch hier eingelagert werden. Der andere Wein sehnt sich hingegen nach einer durchaus verdienten Anerkennung, nachdem er gemäss gewissen seriösen Historikern sogar am Tisch von Jesus (z.B. am letzten Abendmahl) ausgeschenkt worden sein soll. Der Erste leidet heute immer noch an einem gewissen Rufdefizit, welches sich durch einen schlechten Marketing begründen lässt (die Abfüllungen von Dourthe sei ausserdem jeweils besser, als diejenigen des Châteaus), der Zweite wird durch die Aficionados für seine ausserordentliche Lagerfähigkeit und seine unvergessliche Komplexität buchstäblich hochgejubelt.

Lafon 1966, Sauternes
(jk) – Helles Gelb, leichte Honignoten, etwas Aprikose, in der Nase sehr gefällig, fällt jedoch im Gaumen in sich zusammen, mittel im Abgang, dieser Wein hat den Zenit überschritten.
Muss man also irgendwelche Jahrgänge Sauternes kaufen? Andere Weine wie z.B. diejenigen, welche das Haus Badaracco vor ca. sechs Jahren ausverkauft hat bewiesen, dass sie auch in ungünstigen Jahrgängen (1974) Spass bereiten können. Bei dieser Flasche Lafon war jegliche Hoffnung leider vorbei. Austrinken. Vielleicht aber etwas für Liebhaber und Sammler von Antikem. 15/20.

Tsiakkas Koumandaria 2008
95% Xynisteri, 5% Mavro. 13% Alkohol.
(jfg + jk) – Zunächst erwartet man eine Commandaria im grossartigen und komplexen Stil wie z.B. beim Commandaria Centurion 1991 der Etko Wineries. Das heisst genau die Art von Süssweinen, welche nicht bei jeder Gelegenheit, sondern nur mit den besten Freunden und Weinliebhabern genossen werden sollte. Überraschung! Das Erzeugnis von Tsakkias offenbart sich mit einer dichten, gelben Farbe. Im eleganten, relativ komplexen Bouquet wirkt das Commandaria zwar süss, aber vor allem erfrischend und hemmungslos. Feine Aromen von Honig und kandierten Früchten strömen aus dem Glas. Rosétöne lassen sich auch erkennen. Der Gaumen bietet nicht nur eine schöne Balance zwischen Säure und Süsse, sondern auch viel Frische. Anständiger, leicht rauchiger Abgang. 17.25/20.

Fazit
Ein Klassiker (der Sauternes) vs. Ein “Newcomer”. Unsere Wahl ist klar, das Commandaria von Tsakkias hat wirklich Spass bereitet und bietet auch die Möglichkeit, an einem gemütlichen Abend seine Freundinnen und Freunde positiv zu überraschen. 1966 war allerdings ein schlechter Jahrgang mit wenig Fleisch am Knochen und viel Säure…


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Die Commandaria-Weine sind in der Schweiz bei Paphos-Weine erhältlich.

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